Solltet ihr geplant haben, demnächst mal mit euren Kumpels eine Sauftour nach Duisburg zu machen, dann müsst ihr euch beeilen. Zumindest wenn ihr geplant habt, die Innenstadt unsicher zu machen. Denn in eben jener soll der Alkoholgenuss demnächst untersagt werden. Wenn es nach dem Stadtrat geht, sollen sämtliche Plätze, Einkaufsstraßen und weite Teile des Stadtzentrums im wahrsten Sinne des Wortes trockengelegt werden.

Der Grund dafür sind die vielen Beschwerden seitens der örtlichen Café- und Ladenbesitzer wegen der ausufernden Trinkerszene am Kuhtor. Verständlich, wenn man bedenkt, wie sehr aggressive Betrunkene, ausgelassenes Urinieren in der Öffentlichkeit und ein Spießrutenlauf durch Pfützen von Erbrochenem die Kundschaft abschrecken.

Um dem einen Riegel vorzuschieben, wurde im Zuge einer Ratssitzung nun beschlossen, dem Ganzen Einhalt zu gebieten. Wer sich hemmungslos besaufen will, muss sich dafür ab dem 16. Mai ein anderes Plätzchen suchen. Das Verbot gilt allerdings zunächst probeweise für ein halbes Jahr. Danach wird über eine eventuelle Verlängerung oder sogar Ausweitung abgestimmt.

Ausnahmen und Kritik

Gastronomen müssen jedoch keine Umsatzeinbußen befürchten. Denn das Trinken in den Außenbereichen von Cafés oder im Biergarten ist nach wie vor erlaubt. Auch für Weihnachtsmärkte oder Stadtfeste wird es entsprechende Ausnahmegenehmigungen geben.

Das Alkoholverbot wird jedoch nicht von jedem begrüßt. Martina Ammann-Hilberath, Fraktionsvorsitzende der Ratsfraktion Die Linke in Duisburg, befürchtet, dass sich das Problem letztlich einfach nur verlagert und mahnt an: „Das geplante Alkoholverbot in der Innenstadt ist ein Weg in die falsche Richtung und treibt die Spaltung unserer Stadtgesellschaft weiter voran.

Besonders scharfe Kritik hagelt es auch vom Diakoniewerk Duisburg, wo man das neue Gesetz gar als „diskriminierende Maßnahme“ gegen eine verschwindend kleine Gruppe Suchtkranker bezeichnete. Ganz offensichtlich sei dem Stadtrat lediglich daran gelegen, die Süchtigen aus dem Stadtbild zu verdrängen und das Argument, dass man den Menschen wieder ein Gefühl von Sicherheit geben wolle, lediglich vorgeschoben.

Immerhin gebe es weitaus gefährlichere Stadtteile und auch von Menschen, die sich auf Stadtfesten oder Biergärten betrinken, gehe Gefahr aus. Denn wer Lust auf Pöbeleien habe, der könne auch woanders saufen und dann in die Innenstadt zurückkehren, um dort Unruhe zu stiften.

Die Stadt gehört allen“, erklärt Sieghard Schilling, Geschäftsführer des Diakoniewerks Duisburg. „Und wir müssen lernen, dass nicht nur alles das gut und richtig ist, was gutbürgerlich geordnet scheint.

Quelle: rtlnext.rtl.de