Nachdem ihr die Überschrift gelesen habt, fragt ihr euch sicherlich, was wir Männer mit Einhörnern zu tun haben. Und auch in unserer Redaktion wurde munter hin- und herdebattiert, ob wir die Meldung bringen sollen. Nachdem aber einer der Redakteure darauf hinwies „Na ja, wir Männer haben ja auch ein Horn!“, war zumindest schon mal klar, wie die Einleitung aussehen könnte. Und wenn wir schon dabei sind, können wir auch gleich weitermachen …

Abgesehen davon klingt die Tatsache, dass es Einhörner wirklich gegeben hat, nur im ersten Moment nach der Erfüllung einer pinkfarbenen Prinzessinnen-Schloss-Zauberstab-Fantasie. Denn der Fund, den Forscher in Kasachstan machten, lässt diese schillernde Mädchen-Seifenblase mit einem lauten Rülpser platzen!

Ein engelsgleiches weißes Fell, pure Anmut und Eleganz und ein magisch leuchtendes Horn … Am Arsch! Denn das sibirische Einhorn hatte eine Länge von 4,50 Metern und ein stolzes Gewicht von gut vier Tonnen. Die Urzeittiere glichen Wissenschaftlern zufolge eher einem dichtbehaarten Bison mit einem wuchtigen Horn auf der Stirn und sind möglicherweise sogar Menschen begegnet.

Denn die Überreste der in Kasachstan gefundenen Tiere widerlegen die Theorie, dass die Biester bereits seit 350.000 Jahren ausgestorben sind. Die versteinerten Knochen lassen sich nämlich auf einen Zeitraum zwischen 28.985 und 27.490 vor Christus datieren, was bedeutet, dass Einhörner deutlich länger lebten, als bisher angenommen.

Schon interessant, dass sich, obwohl die Begegnung mit einem solchen Vieh sicherlich nicht sehr angenehm war, daraus das gängige Bild einer anmutigen Schönheit auf vier zierlichen Beinchen entwickelt hat. Da fragt man sich ja schon, inwieweit das Bild eines Mannes mit haarigem Rücken und Bierbauch in vielen Tausend Jahren idealisiert wird. Man weiß es nicht …