Der Weißkopfseeadler: Das US-Wappentier steht mit seinen mächtigen Greifklauen, dem weißen, stolz erhobenen Kopf und dem rasiermesserscharfen Schnabel für Triumph, Ehre und Stärke. Außer in einem Dorf im US-Bundesstaat Alaska. Dort steht das Tier seit längerem eher für „Landplage“. Denn eine Schar der Tiere hat den Ort buchstäblich in seinen Krallen und bestiehlt und terrorisiert die Einwohner – wie ihr im Video sehen werdet.

Es ist noch nicht so lange her, da hatten wir euch von einer Bande krimineller Missetäter erzählt, gegen die sich Outlaw-Motorcycle-Gangs und ähnliche harte Brocken wie Waisenkinder ausnehmen. Die Rede ist von einer Crew brutaler Schokoriegel-Diebe, die das Gesetz verachten und vor nichts Respekt haben: „Die Eichhörnchenbande“! Doch gegen besagte Jungs aus der Einleitung würden auch unsere nussknackenden Freunde keinen Stich machen. Denn die Adler-Gang hat eine Kleinstadt in Alaska, Unalaska genannt, fest in ihren Klauen.

Einwohner schildern, dass die Überzahl der Raubvögel mit einer Taubenplage aus Venedig oder New York vergleichbar sei – nur mit Weißkopfseeadlern! Im Gegensatz zu den Ratten der Lüfte wehren sich die Tiere, was ernsthafte Konsequenzen haben kann. Also haben sich die Einwohner an ihre geflügelten Unterdrücker notgedrungen gewöhnen müssen – denn gegen sie unternehmen dürfen die Unalaskaner nichts: Ein Schutzgesetz aus dem Jahre 1940, der „Bald Eagle Protection Act“ verbietet es. Also müssen die Menschen den Gebieten fernbleiben, die die Adler „beherrschen“ und wo sie ihre Nester gebaut haben.

Das ist vor allem um das Postamt herum der Fall – kein Vergnügen, für die Leute, die dort arbeiten oder Kunden, die gerne einen Brief verschicken oder ein Paket abholen würden. Aber auch der Müllplatz und das Altenheim sind Lieblingsplätze. Fisch auf der Ladefläche seines Pick-ups liegenzulassen ist in Unalaska ebenso eine schlechte Idee, wie sich einen kleinen Hund anzuschaffen …