Knutschflecke sind vielleicht in der Pubertät noch als eine Art Siegestrophäe zu verstehen, ab dann sind die Dinger aber nur noch peinlich. Aus medizinischer Sicht handelt es sich dabei übrigens um nichts anders, als einen harmlosen Bluterguss, der entsteht, wenn der durch das Saugen erzeugte Unterdruck die kleinen Blutgefäße platzen lässt. Abgesehen von dem Spott, den ein Knutschfleck unweigerlich nach sich zieht, also völlig ungefährlich, das Ganze. Oder etwa nicht?!

In Mexiko wurde einem 17-Jährigen die Leidenschaft seiner Freundin jedenfalls zum Verhängnis. Julio Macias Gonzalez aß gerade zu Abend, als er plötzlich von Krämpfen geschüttelt zusammenbrach. Kurz darauf verstarb er. Wie sich später herausstellte, hatte Julio einen Schlaganfall erlitten. Dieser könnte die Folge eines Blutgerinnsels sein, welches durch einen Knutschfleck seiner Freundin entstanden war und dann ins Hirn wanderte.

Und auch wenn ein Knutschfleck als Todesursache sehr unwahrscheinlich ist, handelt es sich dabei nicht um den ersten Fall dieser Art. Bereits im Jahr 2014 hatte das „New Zealand Medical Journal“ über eine ähnliche Begebenheit in Neuseeland berichtet. Dort wurde eine 44-jährige Frau ebenfalls Opfer eines Schlaganfalls und ist seitdem halbseitig gelähmt. Die behandelnden Ärzte folgerten seinerzeit, dass eine Arterie durch einen Knutschfleck verletzt worden war, was zu einer Thrombose führte. Allerdings handelte es sich bei der Dame um eine Raucherin, die bereits an der Auto-Immunkrankheit Lupus litt. Insofern ist davon auszugehen, dass ihre Gefäße schon beschädigt waren und der Knutschfleck nur einen Bestandteil einer langen Kausalitätskette darstellte.

Auch bei dem 17-jährigen Mexikaner kann nicht ausgeschlossen werden, dass noch weitere Faktoren für den Schlaganfall verantwortlich sind. Den Eltern des Jungen wollen das jedoch nicht hören, und geben laut einem Bericht des „Mirror“ der Freundin die Schuld am Tod des Jungen. Das Mädchen ist seit dem Vorfall jedenfalls verschwunden.

Quelle: t-online.de