In der Bundeshauptstadt hat es sich möglicherweise bald ausgeknallt. Denn die dortigen SPD-Abgeordneten verlangen vom Berliner Senat, das Böllern zu Silvester einzuschränken. Es soll künftig auf bestimmte „Erlaubniszonen“ beschränkt sein. Bereits zum Jahreswechsel 2018/19 sollen die Berliner Bezirke solche Bereiche festlegen, in denen das Abfeuern von Knallkörpern weiter gestattet ist.

Dann könnte man in der Berliner City vergessen, einfach mal einen Böller oder eine Rakete zu zünden. Der Grund: Die gesellschaftlichen Zustände zu Silvester, die regelmäßig mit Verletzten, Polizei- und Feuerwehreinsätzen einhergehen: „Es muss darauf geachtet werden, dass Berliner in eng bebauten Innenstadtlagen, die ohne Knallkörper und die damit verbundene Gefahr für Leib und Leben unter freiem Himmel den Jahreswechsel feiern wollen, hierfür ausreichend geschützte Stadträume vorfinden“, fordern die Initiatoren.

Feinstaub als Argument

Der SPD-Wirtschaftsexperte Jörg Strödter kommentierte: „Wir wollen den Leuten nicht die Freude verderben. Aber diese kriegsähnlichen Zustände an Silvester kann man nicht so weiterlaufen lassen. Feuerwehr und Polizei werden gezielt angegriffen. Das ist völlig inakzeptabel.“ 1800 Polizeieinsätze gab es Silvester 2017, wegen 444 Bränden, insbesondere durch Raketen, musste zudem die Feuerwehr ausrücken: „Wir müssen uns ernsthaft Veränderungen überlegen“, fordert Strödter. Neben den gesellschaftlichen Problematiken nennt der Parlamentsantrag auch die Feinstaubbelastung als Grund.

Laut Angaben des Umweltbundesamtes erzeugt die einzige Silvesternacht im Jahr so viel Feinstaub wie im restlichen Jahr 17 Prozent des ganzen bundesdeutschen Verkehrs. Das Maß bezeichneten die SPD-Initiatoren als „nicht mehr tolerabel“. Grundsätzlich sollte diesen zufolge der Feuerwerksverkauf auf den Zeitraum vom 29. bis zum 31. Dezember beschränkt werden – für einen entsprechenden Beschluss soll eine Bundesratsinitiative sorgen. Auch die Grünen befürworten das Konzept ihres Koalitionspartners: „Erlaubniszonen sind eine denkbare Variante. Man könnte umgekehrt auch Verbotszonen erlassen. Das grundsätzliche Problem ist aber: Wie kann das kontrolliert werden?“, so Grünen-Innenexperte Benedikt Lux.

Quelle: bild.de