Hereinspaziert, hereinspaziert und Manege frei für den großen Del Hall, ein Mann, der die Ketten der Vernunft zum Frühstück verspeist und mit einem ordentlichen Schuss Wagemut herunterspült. Sehen und staunen Sie über den Mann, der sich ausschließlich von Bier ernährt!

Kein Quatsch: Der Brauerei-Mitarbeiter aus Cincinnati im US-Bundesstaat Ohio hat sich anlässlich der diesjährigen Fastenzeit entschlossen, nichts anderes zu sich zu nehmen als flüssige Nahrung. Allem voran: Gerstensaft! „Ich trinke jeden Tag zwei bis fünf Bier und nicht unbedingt am Morgen. Ich bin kein Frühstücksmensch. Nach dem Aufstehen trinke ich Wasser oder einen schwarzen Kaffee ohne Zucker und Milch.“

Am 5. März, der als „Mardi Gras" oder auch „Fat Tuesday“ in den USA traditionell die Fastenzeit einläutet, begann Dell sein ganz spezielles Experiment, mit dem Ziel, am Ende der 46 Tage (laut christlichem Kalender eigentlich nur 40, jedoch werden dabei die Sonn- und Feiertage nicht mitgezählt) ordentlich abgespeckt zu haben. Denn zu Beginn wog Del noch stolze 132 Kilogramm.

Während sich die meisten zur Fastenzeit damit begnügen, auf Laster wie das Rauchen oder Süßkram zu verzichten, strich Del feste Nahrung kurzerhand komplett vom Ernährungsplan und gab sich stattdessen, inspiriert von den bayerischen Mönchen des 16. Jahrhunderts, ganz und gar dem Motto hin „Flüssiges bricht das Fasten nicht“. Auf Youtube dokumentiert er sein Experiment, lädt dazu täglich neue Videos hoch. Und siehe da, nach gut einer Woche sind bereits sechs Kilo runter.

Für den ehemaligen US-Soldat geht es dabei um mehr als nur den reinen Gewichtsverlust. „Ich nenne es nicht 'Bierfasten-Diät' oder so ähnlich, aber es ist supercool, die Zahl auf der Waage zu sehen“, erklärt Del und beschreibt die ganze Sache als eine Art „Reise zu sich selbst“. Eigenen Angaben zufolge gehe es ihm mittlerweile fantastisch. „Ich fühle mich, als hätte sich ein mentaler Nebel gelichtet.“

In seinen Videos berichtet Del aber auch von fiesen Hungerattacken, die es zu überwinden galt, und Dehydrations-Erscheinungen, welche er darauf zurückführt, zwischenzeitlich zu wenig Wasser getrunken zu haben. Darüber hinaus gibt er auch einen geschärften Geruchssinn zu Protokoll und erzählt, dass seine Zähne sehr empfindlich geworden seien. Der Hunger sei nach einer Woche vorüber gewesen und Ja: er habe noch Stuhlgang.

Zwar befindet sich Del angeblich im steten Austausch mit einem Arzt, jedoch ist davon auszugehen, dass die negativen Folgen des Experimentes die kurzfristigen positiven Effekte auf lange Sicht deutlich überwiegen. Insofern raten wir ausdrücklich von einer solchen Diät ab! Schöntrinken kann man nun einmal nur andere, und nicht sich selbst.

Quelle: stern.de