Nachdem es rund zwei Jahre lang möglich war, sich via Telefon krankschreiben zu lassen, wird man sich ab dem 1. Juni laut dem Gemeinsamen Bundesausschuss von Ärzten, Krankenkassen und Krankenhäusern dazu wieder persönlich in die Arztpraxis begeben, beziehungsweise eine Videosprechstunde nutzen müssen.

Erstmals im Frühjahr 2020 eingeführt und seitdem mehrfach verlängert, diente diese Maßnahme der Eindämmung des Infektionsgeschehens und der Minimierung von Ansteckungsrisiken. Wer etwa an leichten Atemwegserkrankungen litt, musste für eine Krankschreibung nicht mehr in der Arztpraxis erscheinen und konnte das Ganze von Zuhause aus per Telefon regeln.

Damit ist nun vorerst Schluss.

Sollte es das Pandemiegeschehen erfordern, sei eine Neuauflage der Sonderregelung für bestimmte Regionen oder nötigenfalls auch bundesweit aber durchaus wieder möglich.

Sofern die jeweilige Arztpraxis dies auch anbietet, bleibt die Videosprechstunde unabhängig von Corona weiterhin eine Option. Dies aber natürlich immer nur dann, wenn es keiner körperlichen Untersuchung bedarf, um die Arbeitsunfähigkeit zu attestieren.

Offenbar wurde die telefonische Krankschreibung rege genutzt.

Einer DAK-Studie zufolge hielten mehr als 80 Prozent aller Arbeitnehmer die Maßnahme mit Blick auf die verringerte Ansteckungsgefahr und die Zeitersparnis für sinnvoll.

Laut einer Auswertung der Techniker Krankenkasse war die Zahl der Krankschreibungen im ersten Quartal des Jahres 2022 überdies auf ihren Höchststand geschossen. Als Grund dafür nannte TK-Chef Jens Baas der Deutschen Presseagentur gegenüber eine ausgeprägte Erkältungs- und Grippewelle. 

Verstärkt worden sei der Effekt durch die Omikron-Welle, allerdings hätten nachgewiesene Covid-Fälle lediglich einen geringen Teil der Krankschreibungen ausgemacht.

Quelle: spiegel.de