Krankenkassen: Beiträge sollen 2022 stark steigen – In etlichen Bereichen des Lebens steigen seit Monaten die Kosten. Nun könnte es auch einen Großteil der Kassenpatienten treffen, von denen es in Deutschland rund 70 Millionen gibt. Denn bereits im kommenden Jahr drohen kräftige Beitragserhöhungen.

Begründet wird dies mit den explosionsartig gestiegenen Kosten der Krankenkassen. Demnach soll ab Januar 2022 der Zusatzbeitrag um bis zu 0,7 Punkte angehoben werden. Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK, Jens Martin Hoyer, sagte zur „Bild“: „Wenn die Bundesregierung keine weiteren Zuschüsse für die Krankenkassen beschließt, würde der Zusatzbeitrag von derzeit 1,3 auf 2 Prozent ansteigen.“

1,9 Milliarden Euro fehlen den Krankenkassen

Laut Christoph Straub, seines Zeichens Chef der Barmer, fehlen den Krankenkassen derzeit insgesamt 1,9 Milliarden Euro. Würde eine Beitragserhöhung beschlossen, betrüge der Grundbeitrag plus Zusatzbeitrag ganze 16,6 Prozent des Bruttolohns, den sich dann Arbeitgeber und Arbeitnehmer teilen würden.

In einem konkreten Beispiel müsste demnach ein Beschäftigter mit einem Einkommen von 2500 Euro Brutto/Monat insgesamt 8,75 Euro pro Monat mehr bezahlen. Bei einem monatlichen Bruttolohn von 3000 Euro wären es dann schon 10,50 Euro mehr und bei 5000 Euro ganze 17,50 Euro/Monat.

Zuschüsse um 7 Milliarden Euro gefordert

Zu den Mehrausgaben zählt die erhöhte Anzahl an Klinik-OPs, die mittlerweile wieder auf dem Niveau vor der Pandemie liegen. Hinzu kommen mehr Arztbesuche und erhöhte Ausgaben für Physiotherapien (14 Prozent). Außerdem sind Medikamente wieder teurer geworden, nachdem die geminderte Mehrwertsteuer wieder weggefallen ist.

Verhindern ließen sich die massiven Beitragserhöhungen nur, wenn die Bundesregierung ihre Zuschüsse um 7 Milliarden Euro aufstocken würden, so Barmer-Chef Straub gegenüber der „Bild“.

Quelle: bild.de