Kosten explodieren: Handwerkspräsident äußert sich zu Preiserhöhungen – Wer dieser Tage den Baumarkt besucht, um sich etwas Holz zu besorgen, staunt spätestens an der Kasse nicht schlecht. Die zum Teil drastischen Preisanstiege von Material sorgen allerdings schon länger für tiefe Sorgenfalten in der Baubranche. Von daher hat der Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Peter Wollseifer, Verbraucherinnen und Verbraucher nun auf steigende Preise eingestimmt.

Gegenüber der „Passauer Neuen Presse“ führte Wollseifer Lieferengpässe und Preissprünge bei vielen Rohstoffen, Materialien und Vorprodukten sowie höhere Energiekosten als Gründe an.

Bereits vor der Pandemie habe der Preisdruck etwa in den Baugewerken mit Blick auf die steigenden Beschaffungs- und Energiekosten deutlich über der offiziellen Inflationsrate gelegen.

„Aktuell kommen nun noch Sondereffekte wie der konjunkturelle Neustart nach dem Lockdown, das Auslaufen der temporären Mehrwertsteuersenkung oder die Lieferkettenprobleme hinzu. Deswegen werden unsere Handwerksbetriebe gar nicht umhinkommen, in den kommenden Monaten die Preise zu erhöhen.“

Zwar sei die Aussicht für die Betriebe positiver – „In vielen Handwerken ist nach den Lockdown-Lockerungen die geschäftliche Situation wieder besser.“ – jedoch sind da immer noch die entstandenen Verluste, die es zu kompensieren gilt.

Die geschäftliche Situation für viele Betriebe bleibe nach wie vor eine große Herausforderung

Als problematisch sieht Wollseifer, dass die Kundenfrequenz geringer sei, als noch vor der Pandemie, da sich die Nachfrage, nicht zuletzt aufgrund der Abwanderung in den Onlinehandel, grundsätzlich verändert habe. Hinzu komme, dass die Betriebe Probleme hätten, genügend Beschäftigte zu finden.

Immerhin verspreche das neue Ausbildungsjahr deutlich besser zu werden als 2020

„Bis Ende Juni sind schon jetzt deutlich mehr neue Ausbildungsverträge abgeschlossen worden. Wir liegen um gut 13 Prozent über dem Vorjahreswert.“ Man hofft, am Jahresende wieder das Vorkrisenniveau erreicht zu haben.

Quelle: spiegel.de