Die tiefsten Tiefen des Meeres – die letzten unerforschten Orte unsere Planeten. Alles andere ist erschlossen, arktische Eiswüsten, die höchsten Berge, die tiefsten Dschungel. Dort unten in der Finsternis leben sie: Riesenkalmare, die seit Jahrhunderten die Alpträume von Seefahrern in Horrorgeschichten als angebliche Monster bevölkern. Für einen Stand-up-Surfer wurde die Begegnung der zehnarmigen Art mit einem großen Kalmar Realität.

Der Sportler hatte das Tier bei seinem Ausflug vor der südafrikanischen Küste als verletzt erkannt, weil es sich so nah am Melkbosstrand bei Kapstadt aufgehalten hatte. Kurzerhand schlang der Mann ein Seil um den Kalmar. Weder tierfreundlich noch eine kluge Idee: Das Tier klammerte sich unvermittelt an das Board des Surfers, drehte es mit seiner nicht unbeträchtlichen Masse um und beförderte den Besitzer so ins Nass.

Eine Situation, die durchaus hätte anders ausgehen können, das Tier wäre definitiv groß und stark genug, den Mann unter Wasser festzuhalten. Es ist nicht gesichert, warum sich der Kalmar so nah an einem Strand und der Oberfläche aufgehalten hatte – noch dazu im Sonnenlicht. Die Tiere bevorzugen enorme Tiefen als Lebensraum und haben sehr große Augen, die an die dunkle Umgebung der Tiefsee angepasst sind.

Für die Forschung getötet

Den Angaben des Surfers auf seinem Instagram-Profil zufolge litt es unter fehlenden Tentakeln und anderen Bissspuren – möglicherweise war es durch den Angriff eines Pottwals verletzt an die Oberfläche getrieben worden. Der Surfer und seine Begleiter hätten den Kalmar nach dem Filmen an Land gezogen und das Tier dort „getötet, um es für die Forschung zu bewahren“.

Entsprechende Proben schickten sie nach Angaben des Mannes an entsprechende Institute. Im Netz hagelt es wenig überraschend harsche Kritik an der Vorgehensweise des Surfers und für den „mangelnden Respekt vor den Geschöpfen der Natur“, wie etwa ein Instagram-Nutzer betont.

Quelle: krone.at