All die Kampagnen und Aufrufe, die Umwelt zu schützen, indem man weniger Fleisch konsumiert, scheinen tatsächlich allmählich zu fruchten. Kann aber auch sein, dass das Wetter einfach nur nicht gut genug zum Grillen war. Wie auch immer, die Deutschen konsumieren auf jeden Fall weniger Fleisch. Allerdings wird hierzulande auch so viel geschlachtet wie noch nie. Ein Widerspruch, der sich mit der Beliebtheit von deutschem Fleisch im Ausland auflösen lässt.

Dabei ist die Konsumlaune der Deutschen laut einer Marktübersicht der Gesellschaft für Konsumforschung an sich ganz gut. Im ersten Halbjahr kauften die Deutschen mehr Obst, Gemüse und mehr alkoholfreie Getränke. Nur Fleisch und Wurst verkauften sich um 1,4 Prozent schlechter.

Ein Abwärtstrend, der bereits im letzten Jahr begonnen hat. 2015 sank der Fleischkonsum pro Kopf um ein Kilo auf durchschnittlich 59,9 Kilogramm. Dies lässt sich wie gesagt auf schlechtes Grillwetter zurückführen, aber auch auf eine zunehmend ältere Gesellschaft sowie den allgemeinen Trend zur fleischlosen Ernährung.

So klagt der Bundesverband der Deutschen Fleischwarenindustrie gegenüber der DPA:
In bestimmten gesellschaftlichen Schichten und Regionen ist es in Deutschland gegenwärtig offenbar ausgesprochen chic, wenig oder gar kein Fleisch zu essen, während dies in anderen europäischen Ländern erheblich geringer ausgeprägt ist.

Aber wirklich unglücklich können die Herrschaften eigentlich nicht sein. Denn immerhin stieg die Fleischproduktion in den ersten sechs Monaten dieses Jahres auf insgesamt 4,1 Millionen Tonnen. Rekord! Detlef Stachetzki, Geschäftsführer des Verbandes der Fleischwirtschaft, erklärt:
Die Bedeutung des Exports für die deutsche Fleischindustrie wächst. Die Nachfrage Chinas nach tierischen Produkten ist im ersten Halbjahr förmlich explodiert.

Quelle: wiwo.de