Klima-Aktivisten: Mutter und Tochter erklären, was sie antreibt – Sie machen mit teils waghalsigen Aktionen auf sich aufmerksam und sorgen bundesweit für reichliche Diskussionen. Die Klima-Aktivisten gehen auf die Straße für eine bessere Zukunft und greifen bei ihren Protesten zu teils extremen Maßnahmen.

Insbesondere die vielen Blockaden inklusive des Festklebens auf der Straße sorgen in aller Regelmäßigkeit für Ärger. Was die Aktivisten im Detail antreibt, das wissen viele allerdings nicht. „FOCUS Online“ hat zwei Klima-Aktivistinnen bei einer ihrer Protestaktionen begleitet und sie gefragt, warum sie zu derlei harten Maßnahmen greifen, was ihre Intention dahinter ist.

Mutter und Tochter mehrfach festgenommen

Solvig und Lina Schinköthe sind Mutter und Tochter und gehen für die „Letzte Generation“ auf die Straße. Sie gehören zu jenen Aktivisten, die sich in zum Beispiel Berlin mit Sekundenkleber auf die Straße geklebt und den Verkehr zum Erliegen gebracht haben. Beide wurden bei ihren Aktionen schon mehrfach vorläufig festgenommen.

Die 20-jährige Lina erklärte gegenüber „Focus Online“: „Das, worauf wir uns einlassen, ist nicht ohne. Es kostet mich viel Energie, ist sehr anstrengend. Und ich zögere immer wieder. […] Wir sitzen hier, weil wir von Bundeskanzler Olaf Scholz eine Erklärung haben wollen, dass es keine Erdölbohrungen mehr in der Nordsee gibt. […] Er ist als 'Klimakanzler' angetreten im Wahlkampf. Im Koalitionsvertrag wurde festgeschrieben, dass es keine neuen Ölbohrungen mehr geben wird. Und nun könnte es sie doch geben.“

Der Gang zur „Letzten Generation“

Mutter Solvig ist hingegen noch nicht lange aktiv dabei. Doch ihr jüngster Sohn, der für „Fridays for Future“ auf die Straße geht, hat sie schlussendlich in die Aktivistenszene gebracht. Solvig unterstützte ihren Sohn erst mit dem Malen von Plakaten. Sorgte in der Schule dafür, dass er frei bekommt, um an den Protesten teilnehmen zu können.

In der Folge beschäftigte sie sich immer mehr mit den wissenschaftlichen Fakten. Solvig erklärt „Focus Online“: „Und die sind so dringend, dass ich zur 'Letzten Generation' gegangen bin. Denn die sind so entschlossen, wie es unsere Regierung eigentlich sein sollte. Das ist der Grund, weswegen ich mich für mich und meine Kindern und alle anderen auch auf die Straße setze.“

„Bei den nächsten Aktionen sind wir wieder dabei.“

Auch wenn es bei ihren Protesten jedes Mal mächtig Ärger und harsche Kritik gibt, sie dabei immer Mal wieder von der Polizei verhaftet werden, wollen Mutter und Tochter weitermachen. Lina Schinköthe: „Bei den nächsten Aktionen sind wir wieder dabei. Und zwar so lange, bis der Kanzler auf unsere Forderungen eingeht. […] Es gibt tausende Vorschläge, wie man Treibhausgase reduzieren kann. Aber sie werden einfach nicht umgesetzt. Warum?“

Quelle: focus.de