Das Thema Impfung gilt bei einer Minderheit immer noch als umstritten. In der Politik und den Medien werden daher immer wieder Stimmen laut, die fordern, Impfgegner mit härteren Maßnahmen für ihre Verweigerung zu belegen. Denn durch das Verweigern einer Impfung für ihre Kinder gefährden diese Menschen Experten zufolge den sogenannten Herdenschutz. Gedankenspiele werden lauter, den Verweigerern deswegen das Kindergeld zu streichen.

Eine umgekehrte Variante des australischen Modells, in dem Eltern mehr Geld bekommen, wenn sie nachweislich dafür gesorgt haben, dass ihre Kinder gesund und geimpft sind. Die Spiegel-Autorin Josephin Mosch hatte seinerzeit Diskussionen angeregt, als sie in einem Kommentar die Idee unterbreitete, nicht-impfende Eltern mit Sanktionen zu belegen.

Neben der Streichung des Kindergelds erwog sie etwa auch, man könne einen Kita- oder Kindergartenplatz direkt vom Impfstatus eines Kindes abhängig machen. Damit stand sie damals nicht allein, der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte betonte, dass dies ein sinnvoller Schritt in Sachen Impfschutz sein könnte. Für Mosch sind solche Vorstöße ein vielversprechenderer Rahmen im Vergleich zu gesetzlichen Impf-Pflichten.

Schlupfloch am Grundgesetz vorbei?

Denn die Gegner des Impfens berufen sich in der Regel auf das im Grundrecht verankerte Selbstbestimmungsrecht des Einzelnen sowie auf das Recht auf körperliche Unversehrtheit, um die Maßnahmen zu verweigern. Kindergeld- beziehungsweise Kita-Maßnahmen könnten ein Weg sein, wie das Impfen attraktiver gemacht werden könnte, ohne eine gesetzliche Impfpflicht einzuführen.

Da es sich nur um Belohnungen respektive Sanktionierungen handeln würde. Jene, die durch ihre Verweigerung immer noch die Schwächsten, Ältesten und Kranken der Gesellschaft gefährden würden, würden auf diese Weise zwar nicht gesetzlich gezwungen, sich und ihre Kinder impfen zu lassen, müssten aber damit leben, dass die Gemeinschaft, der sie sich verweigern, ihnen für ihre Haltung im Gegenzug Mittel entzieht.

Quelle: familie.de