Seltsame Gerichtsverhandlungen und absurd hohe Schadensersatzforderungen sind ja öfter ein Thema in den USA. Einmal nicht „Vorsicht, scharfe Klinge!“ auf ein Messer geprägt, schon schneidet sich irgendein Kunde und das Unternehmen, das die Klinge hergestellt hat, ist ein paar Millionen Schadenersatz los. Oder: „Ich wusste nicht, dass ich meine Katze nicht in dieser Mikrowelle trocknen kann“ – Schadenersatz. Doch selbst im Land solch irrsinniger Superlative stellt die folgende Nachricht wohl einen traurigen Rekord dar: Weil ihr Eimer mit Hähnchenteilen nicht dem überquellenden Fass auf einem Werbeplakat ähnelte, was die Füllmenge betrifft, zieht eine Frau vor Gericht.

Anna Wurtzburger aus New York kaufte im Sommer des Jahres 2016 besagten Rieseneimer mit Hähnchenteilen für 20 US-Dollar bei Kentucky Fried Chicken. Zu Hause angekommen musste die Rentnerin (vollkommen traumatisiert …) feststellen, dass sich längst nicht so viele Pressfleisch-Nuggets in dem Eimer befanden, wie auf dem Plakat in der Filiale zu sehen. Daher verklagt die Großmutter die Fast-Food-Kette auf extraknusprige 20 Millionen Dollar. Dem Rest der denkenden Menschheit ist zwar klar, dass das Fast Food, das auf dem Teller landet, im Vergleich zu den Anzeigefotos immer abstinkt – Anna Wurtzburger sieht das anders.

Wo ist das Hähnchen!?

Sie wollte ihren Eimer genauso, wie er von KFC angepriesen wird – schließlich lebt die alte Dame nach eigener Auskunft gegenüber dem „Metro Magazin“ von der Wohlfahrt. „Ich kam nach Hause und dachte: ‘Wo ist das ganze Hähnchen?’ Denn ich ging davon aus, dass ich dem Eimer gleich mehrere Mahlzeiten entnehmen könnte. Doch man bekommt in Wahrheit bloß einen halbvollen Eimer – davon wird keine Familie satt. Das sind doch nur so kleine Stücke!“, so Wurtzburger. Auf Annas Nachfrage in der KFC-Zentrale in Georgia teilte man ihr mit, dass das Hähnchen auf den Anzeigefotos so aus dem Eimer quelle, um der Öffentlichkeit das Produkt besser präsentieren zu können.

Doch damit wollte sie sich nicht zufriedengeben: „Wenn ihr den Leuten euer Hähnchen zeigen wollt, richtet es auf den Fotos doch auf einem Teller an! Ich erwarte zu bekommen, was mir eure Werbung verspricht!“, so der Argumentationsgang der Seniorin. Prompt zog sie ihre Konsequenzen. Obwohl sie von der Stütze lebt, hat sie interessanterweise genug Geld, um sich in den USA einen Anwalt zu nehmen – und verklagte das Unternehmen. Auf 20 Millionen Dollar Schadenersatz.  Sie hätte natürlich in der Filiale in den Eimer schauen und sich versichern können. Aber das wäre sicher zu viel verlangt.

I Fotos: Bjoern Wylezich / Ken Wolter / Xita / Shutterstock.com

Quelle: unilad.co.uk