Kein Rosa-Blau-Denken mehr: Spanien untersagt sexistische Spielzeugwerbung – In Sachen vorherrschender Stereotype ist die Werbung für Kinderspielzeug seit jeher ganz weit vorne. Jungs stehen auf Action, Technik und laufen unter der Signalfarbe blau, Mädchen bevorzugen Pferde, Puppen und rosagefärbtes Spielzeug. In Spanien soll damit aber nun endgültig Schluss sein.

Dort unterzeichneten der Dachverband der spanischen Spielzeughersteller und die Regierung eine Vereinbarung, die es ausdrücklich verbietet, Mädchen in der Werbung in „diskriminierender oder herabwürdigender“ Weise darzustellen.

Man wolle damit ein „pluralistisches, egalitäres und stereotypenfreies Bild von Minderjährigen […] fördern“, wie es vonseiten des Ministeriums für Verbraucherschutz hieß.

Geschlechtsspezifische Bezüge sind damit nicht mehr erlaubt.

Soll heißen: Wenn sich Werbung beispielsweise exklusiv auf Pflege, Hausarbeit oder Schönheit bezieht, darf sich diese nicht mehr nur an Mädchen richten. Stehen Aspekte wie Tatkraft, körperliche Aktivität oder Technik im Vordergrund, dürfen nicht mehr nur Jungen angesprochen werden.

Insgesamt umfasst der neue Kodex 64 Standards, die künftig in der Spielzeugwerbung verpflichtend werden sollen.

Auch indirekte Stereotype, wie etwa die klassische Farbcodierung – rosa gleich Mädchen, blau gleich Jungs – dürfe nicht mehr in die Werbung eingebaut werden.

Darüber hinaus sieht die Neuregelung vor, dass die Werbung den Minderjährigen verständlich vermitteln soll, welche Fähigkeiten – etwa Kreativität, körperliche und geistige Entwicklung, Geselligkeit oder Einfühlungsgabe – das jeweilige Produkt fördere.

Wie Verbraucherschutzminister Alberto Garzón betonte, solle Spielzeugwerbung werde damit „egalitärer, ehrlicher und förderlicher“ werden, was wichtig für den Schutz und die Entwicklung der Kinder sei.

In Spanien wurde sexistische Werbung bereits 2004 verboten, allerdings hatten sich nicht alle daran gehalten.

Quelle: spiegel.de