Sitzt ihr gerade beim Frühstück? Lest ihr das hier am Abendbrottisch auf eurem Tablet? Oder seid ihr im Büro – und haltet die Kaffeetasse in der Hand? Falls ja, haltet euch gut an eurem geliebten Schwarzwasser fest. Denn Experten warnen: Nur noch Jahrzehnte, dann könnte Schluss sein mit dem so unerlässlichen Bohnengetränk.

Davon geht eine aktuelle Studie des australischen „Climate Institute“ aus. Dessen Wissenschaftler prognostizieren, dass sich bis 2050 die Hälfte der Anbauflächen halbiert haben wird, bis 2080 könnte das Bohnengetränk gar verschwunden sein. Schuld daran soll vor allem der Klimawandel tragen. Denn Kaffeebohnen sind empfindlich, sie brauchen ganz bestimmte Temperaturen und klimatische Gegebenheiten.  Nur ein halbes Grad Celsius zur falschen Zeit genüge, um nicht nur den Geschmack einer Sorte zu verändern, sondern die Ertragsmengen und das Aroma nachhaltig zu verändern, heißt es.

Zu viel Regen, zu viele Schädlinge

Doch durch den Wandel soll die Erdtemperatur dauerhaft um zwei Grad ansteigen. Das könnte verheerende Auswirkungen auf den Kaffeeanbau haben, weil insbesondere Länder wie Nicaragua, Honduras, Guatemala oder Vietnam und deren Sorten unter einem Temperaturanstieg leiden könnten. Zudem nehmen durch den Klimawandel Niederschläge an Orten zu, die früher eher für trockenes Klima bekannt waren. Doch die erhöhte Luftfeuchtigkeit ist ein idealer Nährboden für Pilzbefall, insbesondere den durch den sogenannten „Kaffeerost“.

Auch Schädlinge wie der Kaffeekirschenkäfer profitieren von dem veränderten Klima – das Tier war ursprünglich nur im Kongo heimisch, ist heute jedoch auf der ganzen Welt verbreitet. Hilfe gegen den Klimawandel soll ein Umzug in höhere, kühlere Anbauregionen schaffen – für viele Kaffee-Kleinbauern ein Ding der Unmöglichkeit, wenn ihnen keine Konzerne beim Umzug helfen. Doch in besagten Regionen befindet sich in den Kaffeenationen in der Regel Urwald, der zumeist unter Naturschutz steht.

Quelle: 20min.ch