Die meisten Männer müssen es, falls sie nicht mit dem goldenen Löffel im Mund geboren sind: Einem geregelten Job nachgehen. Aber abseits der typischen Berufe wie Lehrer, Dachdecker, Maler oder Bankangestellter gibt es sie, die Vollzeit-Stellen abseits der ausgelatschten Pfade. Welche das zum Beispiel sind und wie der Alltag dabei so verläuft, zeigen wir hier. 

Der Croupier – Der mit dem Spieler tanzt

Jeder Filmfan erinnert sich noch an das riskante Texas-Hold’em- Spiel, das James Bond in „Casino Royale“ mit Le Chiffre spielte. Wesentlich unauffälliger als der von Mads Mikkelsen gespielte Gegenspieler und die damalige Neubesetzung Daniel Craig, aber immer mit am Tisch: Der Croupier, Leiter und Kontrolleur des gesamten Spielvorgangs. Von den Service-Kräften abgesehen ist dieser in jedem richtigen Casino der sichtbarste Mitarbeiter. Denn hinter den Kulissen arbeiten natürlich viele Leute, die zum Beispiel für Sicherheit, Administration oder Buchhaltung verantwortlich sind. 

Die Anforderungen an die Spielprofis sind ziemlich hoch: Nicht nur müssen sie hervorragend mit Zahlen umgehen können und durch ein seriöses Auftreten in formal bestechender Kleidung inklusive makellosem Anzug und einwandfrei gebügeltem Hemd glänzen, Sozialkompetenz ist gefragt. Denn Spieler, die an ihren Tischen zocken, könnten vom abgebrannten Typen, der um sein letztes Geld spielt bis hin zum Multimillionär, der tausende Euros ohne mit der Wimper zu zucken riskiert, alles an Gästen dabei sein. 

Dabei sind, auch bei ausfallenden Spielern, immer zurückhaltende und höfliche Croupiers diejenigen, die erfolgreich sind. Dabei kann das Bewahren von einer solchen Haltung eventuell schon mal schwierig werden.

Zudem gehört eine professionelle Leichtigkeit im Umgang mit den Jetons, denn wer anfängt, welche auf den Boden fallen zu lassen, wirkt schnell unseriös – das Gleiche gilt natürlich für die Karten. 

Ähnlich anspruchsvoll wie die Berufsanforderungen an die zurückhaltenden Spielleiter sind ihre Ausbildungen. Zwar ist grundsätzlich lediglich die Volljährigkeit, Schuldenfreiheit und ein einwandfreies Führungszeugnis notwendig – viele Spielbanken fordern aber eine abgeschlossene Berufsausbildung mit aber die informellen Anforderungen haben es ziemlich in sich. 

Denn man muss im Stande sein, viele Spiele mit einer gewissen Tiefe zu verstehen, starke Kopfrechenkenntnisse mitbringen und keinesfalls einfach nur ein bisschen Karten austeilen. Daher haben die meisten Spielbanken strenge Aufnahmeprüfungen – durch die viele Aspiranten rasseln.
In der bezahlungslosen Ausbildung selbst ist dann beispielsweise das Lernen aller 180 Annoncenmöglichkeiten gefragt, die Anordnung der Zahlen im Roulettekessel und die Vermittlung von Fachbegriffen in mehreren Sprachen. 

Und was verdient ein Croupier?
Grundsätzlich ist die Frage, was ein Croupier mit nach Hause nimmt, sehr schwer zu beantworten. Klar ist: Das Einstiegsgehalt in diesem eher für Nachteulen geeigneten Beruf ist nicht gigantisch. Seit der Einführung des Mindestlohns sind 1470 € brutto das absolute Minimum. Plus Trinkgeld, von dem sich der Fiskus einen Teil einverleibt. Ist die dürre Anfangsphase erst einmal überstanden, können die Einkommen der adrett gekleideten Kollegen schon mal in die Höhe schnellen. Je nach zusätzlicher Verantwortung sind dann zwischen 3000 und 5000 € drin – durchaus überdurchschnittlich gut. 

Wer also eine Leidenschaft für das Spielen hat und in der Freizeit gerne pokert sowie die nötigen Voraussetzungen mitbringt, kann sich einen Einstieg über die Branche auf jeden Fall überlegen.

Testfahrer – Autos von morgen schon heute fahren

Jedem Mann, der halbwegs autobegeistert ist, läuft bei der Vorstellung das Wasser im Mund zusammen. Einen oft „Erlkönig“ genannten Wagen als erster Mensch über öffentliche Straßen steuern, eine PS-starke Bolide am besten, die sonst noch niemand kennt. Doch wer sind die Männer hinter den Steuern? Und vor allem: Was müssen die können?

In aller Regel ist es nicht so, dass es sich bei den Fahrern einfach nur um angeheuerte Leute handelt, die nichts außer einem Führerschein als Qualifikation mitbringen müssen. Denn die Erlkönige sind Prototypen für die Serienwagen von morgen. Unternehmen, die diese Wagen in die falschen Hände geben, müssen mit erheblichen Schäden rechnen. Und oft ist Geheimniskrämerei gefragt: Die Erlkönige werden zwar oft getarnt, aber Autoexperten können dennoch einige Rückschlüsse durch Fotos und Videomaterial ziehen. 

Daher greifen viele Automobilbauer gern auf eigene Techniker zurück, oftmals sind es studierte Ingenieure oder Kfz-Mechatroniker, die das Fahrzeug mitentwickelt haben. Dies hat einen einfachen Grund: Die brandneuen Gefährte müssen ja nicht nur für den normalen Straßenverkehr geeignet sein, sondern auch Belastungstests auf speziellen Teststrecken aushalten. Etwaige Schwächen müssen dabei auch die Testfahrer selbst erkennen. Entsprechend hart sind die Auswahlverfahren in der Automobilbranche. Fünf Jahre an Berufserfahrung sind oft vorausgesetzt.

Im Beruf selbst geht es dann, um alle möglichen Bedingungen zu testen, rund um den Globus. Und selbst, wenn nicht: Hunderte Kilometer Fahrt an einem Tag mit anschließendem Ergebnisprotokoll sind keineswegs eine Seltenheit. Und während der gesamten Fahrzeit kann jedes Geräusch, jede Abweichung im Fahrwerk wichtige Hinweise auf Mängel geben.

Risikobereitschaft, besonders auf abgesperrten Teststrecken, gehört übrigens dazu. Denn auch wenn die Maschinen vorher schon alle möglichen automatisierten Proben durchstehen mussten – die echten Testfahrten können sie nicht ersetzen. In absoluten Extremsituationen kommen die Fahrzeuge an ihre Grenzen. Und ihre Fahrer auch. 

Deshalb müssen die Fachleute absolute Ruhe bewahren können, wenn sich die Autos deutlich jenseits der 200 km/h auf eine scharfe Kurve zubewegen. Der Ruf, es handle sich dabei nur um völlig adrenalingesteuerte Verrückte, ist fehl am Platz. Denn Verantwortungsbewusstsein gehört zu den wichtigsten Eigenschaften eines Testfahrers. 

Die Bereitschaft, die eigene Familie selten zu sehen, übrigens auch. Nicht selten verbringen die Entwickler des Standards von morgen mehr als die Hälfte des Jahres auf der Strecke. Daher müssen auch deren Partnerinnen eine gewisse Toleranz für den Job mitbringen, im besten Fall auch eine Leidenschaft für Autos. 

Verdienste für Versuchsfahrer
Noch schwerer als beim Croupier ist es, allgemeine Angaben über die Gehälter von Testfahrern zu machen. Denn es ist ja nicht so, dass nur Lamborghini, Mercedes-Benz oder BMW solche Leute einstellen – auch zahlreiche Teillieferer wie zum Beispiel Reifenhersteller greifen auf die Dienste solcher Fahrer zurück, die oft ohnehin als Mitarbeiter auf den Gehaltslisten stehen und dafür zum Beispiel eine Extrazahlung erhalten. 

Je risikoreicher, prestigeträchtiger Firma und Modell sind und umso geheimnisvoller die Aufträge, desto mehr Geld dürfte drin sein. Aber auch weniger luxuriöse Unternehmen brauchen sie – im Netz lässt sich eine Bandbreite von 2.500 – 7.000 € finden. Entsprechend wenig verlässlich sind allgemeine Aussagen.

Barista – Der Herrscher über den Kaffee

Eine Kaffeemaschine anmachen und warten, bis das Schwarze Gold fertig ist, kann so ziemlich jeder Mensch. Wirklich exzellenten Kaffee zubereiten oder Spezialitäten für die echte Gaumenfreude kreieren – das können nur die wenigsten Leute. Deren Beruf heißt Barista und ist italienisch für ,,Barkeeper“, bezieht sich aber auf Kaffeespezialisten. 

Während vor einiger Zeit noch Eigenlektüre und Leidenschaft die einzigen Möglichkeiten waren, die Liebe zum koffeinhaltigen Heißgetränk richtig auszuleben, gibt es heute dafür richtige Schulen, so zum Beispiel die Berlin School of Coffee. Dort kann man die verschiedensten Arten von Seminaren belegen, so auch nur Hobbyseminare.

Gehen wir mal aber von Männern mit dem Berufswunsch Barista aus, dauert die Ausbildung „Barista Professional“ dort nur schmale fünf Tage, in denen Sensorik, Kompetenz in Sachen Kaffeemaschinen, Spezialitäten und so weiter geschult werden. Allerdings wünschen sich viele angehende Baristas eine eigene Espresso- oder Kaffeebar. Für diese Vorhaben gibt es natürlich noch eigene Seminare!

Wer wirklich Lust auf den Job hat, sollte vor der Ausbildung schon überprüfen, ob er da ernsthafte, seriöse Seminare mit entsprechenden Qualifikationen besucht und sich auf der Seite des Deutschen Kaffeeverbandes kundig machen. Denn wie bei jedem recht jungen Beruf gibt es ausreichend unqualifizierte Trittbrettfahrer, die den aufstrebenden Kaffee-Fanatikern wenig Inhalt für viel Euro bieten – eine Erfahrung, die den Neulingen unter Umständen die Lust am Job vermiesen kann. 

Einige Voraussetzungen gibt es natürlich schon. Ganz ahnungslos, mit sich auf Karo-Kaffee und Filterbrühe beschränkenden Vorkenntnissen sollte man weder die Karriere als Barista noch die als Eigentümer einer Kaffee-Bar angehen. Schiffbruch wäre vorprogrammiert. Etwas Expertise, Eigeninitiative und ein Riecher für Trends wie den leckeren, aber auf den ersten Blick eigenartig anmutenden Cold Brew sind schon gefragt. Nicht nur die Zubereitung, auch die Herstellung von Kaffee inklusive Fermentation und Röstung der Bohnen sollten keine Unbekannten sein. 

Neben den klassischen Barista-Aufgaben sollten Interessierte ein paar weitere Dinge in die Hand nehmen können, so etwa die Unterstützung im Service, die Zubereitung von kleineren Speisen und die Kasse. Wer in der Gastronomie jobben will, muss natürlich Sozialkompetenz mitbringen. Freundlichkeit, Kritikfähigkeit, Interesse an Menschen sowie die besonders für Gründer wichtige Kreativität und Souveränität sind echte Pflicht-Eigenschaften. 

Barista Money
Finanziell gesehen gehören angestellte Baristas mit Gehältern zwischen etwa 1.500 und 3.000 € nicht zu den Großverdienern. Bei den Kollegen, die sich mit ihrer Leidenschaft selbstständig machen, kann natürlich erheblich mehr herumkommen – aber leider auch erheblich weniger.