Früher war es so, da haben Mama und Papa immer zu den Kindern gesagt: „Mönsch Kinners, nu lest doch mal ein Buch. Das macht euch schlau!“ Das wurde dann immer mit einem „Ja ja, später!“ auf dem Weg nach draußen weggewischt und die Sache beim heimlichen Feuermachen im Park geflissentlich wieder vergessen. Heutzutage ist das anders! Die Kinder, die früher nicht gerne gelesen haben, sind nun selber Eltern und verlangen diesbezüglich nicht allzu viel von ihren eigenen Blagen. Schade eigentlich. Denn es ist wohl was dran an dem Spruch, dass Lesen bildet!

Man sollte meinen, dass sich diese Tatsache selber nährt, doch wir möchten an dieser Stelle eine interessante Studie zugrunde legen, welche kürzlich im Economic Journal unter dem Titel ‘Books Are Forever’ veröffentlicht wurde. Jene setzte das frühe Leseverhalten von gut 5.000 europäischen Männern in Bezug zu ihrem späteren Einkommen. Und siehe da: Hatten die zwischen 1920 und 1956 geborenen Probanden der Studie in ihrer Jugend zumindest zehn Bücher freiwillig gelesen – also ohne von der Schule dazu gezwungen gewesen zu sein - verdienten sie in ihrem späteren Leben durchschnittlich 21 Prozent mehr Geld.
    
Mit dieser Erkenntnis ging ein Raunen durch die mann.tv-Redaktion. Immerhin konnte sich keiner vorstellen, dass ausgerechnet der Chef mehr gelesen haben soll als man selbst. Und auch so mancher Leser dürfte nun ungläubig auf seinen Kontoauszug blicken und der deutlich mehr als zehn Bücher gedenken, die er in seiner Jugend verschlungen hat!

Doch der Studie zufolge ist „mehr“ kein Garant für „mehr“! Zehn Bücher, hat sie festgestellt, muss der zukünftige Besserverdiener gelesen haben, mehr nicht. Das reicht schon. Der Reichtum steigt nicht linear oder gar exponentiell. Und offenbar ist es auch scheißegal, ob man sich Tolkien zu Gemüte geführt hat oder Melville.

Da stellt sich jetzt natürlich die Frage, ob Hörbücher auch gelten, aber die gab es zwischen 1920 und 1956 wohl noch nicht. Auf die Antwort werden wir wohl leider noch etwas warten müssen.