Da sich der Arbeitsmarkt naturgemäß stark auf Großstädte konzentriert, zieht es immer mehr Menschen in die Metropolen. Das hat zur Folge, dass Wohnraum in Ballungszentren immer knapper und somit auch teurer wird, weshalb Deutschland immer mehr zur Pendler-Nation wird. Schon jetzt haben mehr als ein Viertel der Deutschen einen Arbeitsweg von mindestens 45 Minuten. Tendenz steigend.

Das geht aus einer aktuellen Studie der Job-Plattform „Stepstone“ hervor. So ist jeder zweite Pendler bis zu 30 Minuten unterwegs, während besonders qualifizierte Spezialisten sogar in Kauf nehmen müssen, mehrere Stunden im Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln zu verbringen.

Das bestätigt auch eine Untersuchung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg (IAB), der zufolge Menschen mit einem Hochschulabschluss mit durchschnittlich 14,5 km deutlich länger unterwegs sind als Arbeitnehmer mit Ausbildung oder einer anderen Qualifikation, die einen Arbeitsweg von durchschnittlich 10,5 km haben.

Personengruppen ohne Berufsabschluss kommen im Schnitt auf 8,8 Kilometer. Am härtesten trifft es indes die Berufsgruppe der Ingenieure, die mit satten 18 Kilometern im Ranking ganz oben liegen.

Beschäftigte aus Städten wie Essen oder Dortmund haben dabei einen deutlich kürzeren Arbeitsweg als Arbeitnehmer aus Großstädten wie Berlin und München. Am längsten benötigen Beschäftigte aus Düsseldorf, wo ganze 41 Prozent der Berufstätigen täglich mehr als 45 Minuten unterwegs sind. Auch in Frankfurt muss man früher aufstehen. Dort pendeln 36 Prozent länger als 45 Minuten.

Interessanterweise scheint dieser vermeintlich unangenehme Umstand viele nicht zu stören. „Obwohl Deutschlands Pendler pro Woche mehrere Stunden ihrer Freizeit im Auto oder in öffentlichen Verkehrsmitteln verbringen, ist der Großteil von ihnen (62 Prozent) zufrieden mit der Dauer des Arbeitsweges“, liest es sich im Stepstone-Report.

Das bevorzugte Fortbewegungsmittel ist für zwei von drei Pendlern ganz klar das Auto. Gerade mal 15 Prozent der Befragten gaben an, öffentliche Verkehrsmittel wie Bus und Bahn zu nutzen. Wäre das anders herum, sähe es in Sachen Zufriedenheit aber wohl auch ganz anders aus.

Quelle: businessinsider.de