Es ist ein Symptom einer erfolgsorientierten Gesellschaft, dass viele Menschen selbst in ihrem Urlaub nicht in der Lage sind, sich zu entspannen. Auch der enorme Fortschritt in der Telekommunikation trägt seinen Teil dazu bei, indem er uns ermöglicht, in jedem x-beliebigen Land dieser Welt erreichbar zu sein oder via Internet auf dem Laufenden zu bleiben. Doch gesund ist das nicht. Denn wer sich im Urlaub erholen möchte, der muss im wahrsten Sinne des Wortes abschalten!

Wer im Urlaub dienstlich telefoniert oder andauernd E-Mails checkt, setzt sich selber unter Stress und treibt damit seinen Blutdruck in die Höhe. Permanente Anspannung schwächt unser Immunsystem, weshalb österreichische Experten nun Arbeitgeber in die Pflicht nehmen wollen, ihren Mitarbeitern zu einem entspannenden Urlaub zu verhelfen.

Dem voraus ging eine Mitteilung der Arbeiterkammer Oberösterreich, der zufolge ein Viertel der Beschäftigten in Österreich nicht in der Lage ist, ihren Urlaub zur Erholung zu nutzen. Ein weiteres Viertel ist in der vermeintlich freien Zeit ständig für die Firma erreichbar, während 14 Prozent im Urlaub nicht nur ihre Mails checken, sondern sogar Kundengespräche oder Telefonate mit Kollegen führen. Nahezu jeder Sechste sah sich sogar gezwungen, seinen Urlaub frühzeitig abzubrechen.

10 Prozent der Befragten gaben zudem an, den gesamten Jahresurlaub aufgrund der hohen Arbeitsdichte nicht verbrauchen zu können. Ein Problem, das auch deutsche Arbeitnehmer betrifft, wie eine ähnlich geartete Studie kürzlich zutage förderte. Dabei beweisen wir laut den Experten mit einer derart aufopfernden Haltung gegenüber unserer Arbeit nicht etwa unsere Produktivität, sondern viel mehr eine zu hohe Kommunikationsfrequenz.

Der Präsident besagter Arbeiterkammer, Dr. Johann Kalliauer, warnt: „Dieses ständige gegenseitige Unterbrechen und der zunehmende digitale Präsentismus, also über das Smartphone ständig mit der Firma in Kontakt zu sein, bergen große Gefahren, die bei jahrelanger Gewohnheit oftmals in psychischen Erkrankungen wie Burn-out münden. Darum müssen beide Seiten – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – verantwortungsvoller und sensibler mit ihren Ressourcen umgehen.

Kalliauer sieht dabei die Führungsetage in der Hauptverantwortung: „Es ist in erster Linie die Verantwortung der Betriebe und Führungskräfte, Strategien und Maßnahmen gegen gesundheitsschädliches Verhalten wie etwa die ständige Erreichbarkeit im Urlaub einzuleiten. Da haben Chefs sicher Vorbildwirkung: Wenn auch sie im Urlaub nicht ständig erreichbar sind, alles lesen und dauernd anrufen, dann müssen auch die Beschäftigten nicht das Gefühl haben, dass es erwartet wird, dass sie immer greifbar sind.

Quelle: heilpraxisnet.de