Wir sind uns so was von sicher, dass jeder Mann diese ewige Litanei von Frauen kennt, dass deren Geschlecht ja so viel mehr Leid ertragen kann. Dass wir Männer bei den Schmerzen einer Geburt sterben würden und uns wie Babys benehmen, wenn wir einen Schnupfen haben. Tja, aber wie kommt es dann, dass ihr so viel häufiger krank seid als wir?

Einer Untersuchung der Krankenkasse DAK zufolge gehen Frauen nämlich wesentlich öfter zum Arzt und sind auch entsprechend häufiger krankgeschrieben als wir Männer. Demnach haben im vergangenen Jahr von 1.000 erwerbstätigen Frauen im Land Hessen pro Tag durchschnittlich 44 bei der Arbeit gefehlt. Bei den Männern seien es nur 40 gewesen. Zudem statteten Frauen dem Arzt 2015 im Schnitt sieben Besuche ab, Männer dagegen nur vier.

Bei Letzteren seien vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Verletzungen der Grund, aufseiten der Damen psychische Erkrankungen und Krebsleiden. Hierbei ist jedoch zu erwähnen, dass der statistische Unterschied im Falle von Krebs in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dass Brustkrebs als die bei Frauen häufigste Krebsform vergleichsweise früh auftrete. Der bei Männern verbreitete Prostatakrebs häufe sich eher in höherem Alter, weshalb dieses nicht in die Krankendaten von Erwerbstätigen mit einfließt.

Bei der Dauer der Krankschreibungen zeigte sich geschlechterübergreifend kein Unterschied. Der Schnitt liegt hüben wie drüben bei 11,7 Tagen. Mit 4,6 Prozent wies die öffentliche Verwaltung übrigens den höchsten Krankenstand auf. Am niedrigsten war dieser mit 3,4 Prozent bei Banken und Versicherungen. Die meisten Ausfalltage entfielen mit 21,9 Prozent auf Erkrankungen von Muskeln oder Skelett wie Rückenleiden. Dahinter lagen Atemwegserkrankungen (18,3 Prozent) sowie psychische Krankheiten (15,1 Prozent).