Er ist ein possierlicher Geselle, gegen den nur die wenigsten etwas haben und noch dazu so nützlich, weil er Blattläuse frisst: der Marienkäfer. Doch momentan wird er zur regelrechten Plage in deutschen Haushalten und breitet sich unkontrolliert aus. Doch woran liegt das?

Die Tiere, die wie jedes Jahr pünktlich zur Winterzeit die Haushalte überfluten, scheinen auf den ersten Blick typische Marienkäfer zu sein. Doch wer genauer hinsieht, erkennt, dass nicht nur die Farben ihrer Deckflügel sich von den heimischen Tieren unterscheiden, manche sehen gar wie Negativ-Versionen eines Marienkäfers aus: Rote Punkte auf schwarzem Panzer. Das liegt daran, dass diese Tiere Zuwanderer sind, die bei uns überwintern: Asiatische Marienkäfer.
Diese Tierart wurde in den 80er Jahren in die USA eingeführt – als Blattlaus-Killer und organisches Mittel für den Pflanzenschutz. Doch inzwischen hat sich der Käfer über ganz Europa verbreitet, haust in regelrechten Schwärmen. Er ist vermehrungsfreudiger als sein deutsches Pendant, auf eine Nahrung spezialisiert (Blattläuse), bei der es kaum Konkurrenz gibt – und noch dazu größer als die hiesigen Vertreter. Wenn es Herbst wird, suchen sich die Tierschwärme Orte zum Überwintern.

Darunter insbesondere Flecken, die von der Sonne aufgewärmt werden – Mauerwinkel oder eben unsere Wohnungen. Um ihr Überleben zu sichern, bleiben die Schwärme auch dann in sogenannten Überwinterungsgemeinschaften zusammen, daher die Massen, die uns momentan heimsuchen. Gefährlich sind die Tiere allerdings nicht, man sollte sie daher unbesorgt nach draußen schaffen.

Quelle: wunderweib.de