Es ist eine umstrittene Entscheidung: Als erstes Bundesland erklärte Berlin den Internationalen Frauentag am 8. März zum gesetzlichen Feiertag – ab sofort wird dort an diesem Termin nicht mehr gearbeitet. Schön für Berliner Arbeitnehmer, doch Wirtschaft und Politik sehen das Ganze etwas anders. Eine entsprechende Gesetzesneuerung wurde am Donnerstag mehrheitlich beschlossen.

Die gleichstellungspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Derya Caglar, dazu: „Der heutige Tages ist ein ganz großes Zeichen dafür, dass wir auf dem Weg der Gleichstellung von Frau und Mann weiterkommen.“ Auch bei den Grünen und der Linken stieß die Entscheidung auf Zuspruch. Weniger zufrieden war man bei CDU, FDP und AfD: Sie monierten, dass der Frauentag als neuer gesetzlicher Feiertag festgelegt wurde, nicht der Reformationstag am 31. Oktober.

160 Millionen Euro Verlust

In Berlin waren hitzige Debatten um das Thema geführt worden, viele Vorschläge wurden unterbreitet. Von der Linken etwa der 8. Mai, von Seiten der Kirche der Reformationstag, während Regierungschef Michael Müller (SPD) lieber den 18. März als Erinnerung an die Märzrevolution von 1848 als Feiertag gesehen hätte. Tom Sello, Beauftragter für die Aufarbeitung der SED-Diktatur, legte den 9. November als Mauerfall-Erinnerungstag nahe.

Die Berliner Wirtschaft sieht den neuen Feiertag mit anderen Augen: „Die Politik macht hier ein kostspieliges Wählergeschenk, das das Berliner Bruttosozialprodukt um rund 160 Millionen Euro schmälert“, betonte der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK), Jan Eder. Eine solche Summe komme einem Minus von 0,3 Prozent gleich.

Quelle: bild.de