Die sogenannte Ice-Bucket-Challenge ist derzeit in aller Munde. Wir nehmen dies zum Anlass, mal ein wenig Aufklärungsarbeit zu leisten und ein kleines Fazit zu ziehen, inwieweit sich der kultivierte Blödsinn bisher gelohnt hat.

Sollte es jemand bisher noch nicht mitbekommen haben, geht es dabei um Folgendes: Man übergieße sich mit eiskaltem Wasser, stelle ein Video davon ins Netz und fordere drei weitere Freunde auf, es einem innerhalb von 24 Stunden gleichzutun. Wer dies nicht schafft, oder einfach keine Lust hat, sich zum Deppen mit steifen Nippeln zu machen, der kann alternativ auch Geld spenden, womit wir beim eigentlichen Ursprung dieser ganzen Nummer wären.

Im Juni begründeten einige Golfer in einer US-Fernsehshow die Ice-Bucket-Challenge, die sich im Schneeballsystem mit einer Geschwindigkeit im Netz verbreitete, auf die jeder Kettenbrief neidisch wäre. Gut so, dient die Aktion doch dem Kampf gegen die Krankheit ALS, (Amyotrophe Lateralsklerose) eine degenerative Nervenkrankheit, nach deren Ausbruch die Lebenserwartung der Patienten bei drei bis vier Jahren liegt.

Wer sich nun lieber Eiswasser über den Kopf kippt, statt die vorgeschlagenen 100 Dollar zu spenden, steht natürlich irgendwie als schlechter Mensch da, weswegen die meisten ganz einfach beides machen, insbesondere die prominenten Teilnehmer, welchen natürlich eine ganz besondere Aufmerksamkeit zuteilwird.

Im Ursprungsland kann sich das Ergebnis mehr als sehen lassen: Bisher kamen unglaubliche 79,7 Millionen Dollar zusammen. Und das ist wohl noch lange nicht das Ende der Fahnenstange.

Und in Deutschland? Tja, obwohl sämtliche Netzwerke voll von Videos sind, stehen wir gerade mal bei bummeligen 60.000 Euro.

Man könnte fast meinen, wir Deutschen haben den Sinn hinter der Ice-Bucket-Challenge nicht richtig verstanden, und machen das alles nur aus Spaß, oder um uns in Szene zu setzen. Und schon ist die ganze Nummer nur noch peinlich, peinlich ...

Quelle: DerWesten