Notlandung mit Nerven wie Drahtseile: Hubschrauberpilot rettet 3 Passagieren das Leben – Es ist mehr als eine Binsenweisheit, dass man sein Arbeitsgerät in jedem Fall beherrschen sollte. Doch wenn es einen Fall gibt, bei dem das sogar noch mehr zutreffen könnte, ist es wohl das Führen eines Fluggeräts. Piloten müssen starke Nerven beweisen, belastbar sein und auch unter extremen Umständen Ruhe bewahren. Passiert das, gehen schlimme Situationen oft glimpflicher aus – manchmal erhält man ein packendes Video, so wie in diesem Fall. Hier sehen wir den Absturz eines Jagdhubschraubers und seines Piloten, der Eiswasser statt Blut in den Adern hat.

Dass die Jagd in den USA zu den beliebtesten Freizeitgestaltungen wie auch den traditionellen Aufstockungen des Speiseplans gehört, sollte hinlänglich bekannt sein. Weniger verbreitet ist das Wissen um die Tatsache, dass man dort auch beispielsweise Wildschweine vom Helikopter aus aufgeschreckt und erlegt. Auch der Flug aus diesem Video – der dritte Jagdflug des Tages – sollte diesem Zweck dienen. Drei Jäger waren als Passagiere mit an Bord.

Nach dem Start der Maschine vom Typ Robinson R44 II scheint im Video anfänglich auch alles gut zu verlaufen.

Bei ruhigem Wetter hebt der Hubschrauber in Albany (Texas) ab. Doch eine Minute und zwanzig Sekunden später ist es mit der Ruhe auch schon vorbei. In 120 Fuß Flughöhe – umgerechnet knapp 37 Meter – fällt der Motor des Robinson aus. Der Pilot schaltet schnell – in doppelter Hinsicht: Er nutzt die Autorotation des antriebslosen Rotors, um den Helikopter durch reine Luftströmungen mobil zu halten. Der Mann muss binnen Sekunden entscheiden, wo er landen will:

Vor der Maschine liegt ein abschreckendes Wäldchen – mit dem Rotor ein hohes Risiko für Splitter und Äste, die die Glaskanzel durchbohren, zumal es von Telefonmasten gesäumt wird. Zu seiner linken ein zwar flacher Bereich, der aber von Unterholz und kleinen Bäumen durchzogen ist. Im Bruchteil eines Herzschlags trifft der Pilot seine Entscheidung und bringt den Hubschrauber runter. Die Passagiere bleiben unverletzt – für den Heli aber kommt jede Rettung zu spät.

Der Hauptrotor trifft einen Baum, rasiert ihn und treibt ihn in den Heckrotor hinein, der wiederum sein eigenes Leitwerk abreißt. Später werden wir dieses an einem Baum zehn Meter entfernt liegen sehen. Mit absoluter Ruhe weist der Mann seine Passagiere an, sitzen zu bleiben, bis der Rotor zum Stehen gekommen ist – er erkundigt sich dabei nach ihrem Wohlergehen. Erst mal aus dem Helikopter entkommen, loben die Jäger ausgiebig seine Künste. Zu Recht, wie wir finden.

Quelle: planeandpilotmag.com