Hochwasser-Katastrophe: Rettungskräfte von Gaffern behindert – In einigen Gebieten im Westen und Südwesten Deutschlands haben seit Tagen unzählige Menschen mit den gravierenden Folgen der erschreckenden Hochwasser-Katastrophe zu kämpfen. Während den Betroffenen aus dem gesamten Bundesgebiet Hilfen aller Art zukommen, gibt es leider auch ein massives Problem mit Gaffern.

Denn neben Helfern und Freiwilligen strömen Katastrophen-Touristen in die teils massiv zerstörten Gebiete und behindern dabei vor allem auch die Rettungskräfte. Einer dieser Orte, die von den Fluten besonders hart getroffen wurden, ist der Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz. Allein dort verloren bis dato mehr als 100 Menschen ihr Leben – und immer noch werden Hunderte vermisst. Die verheerenden Wassermassen haben vor Ort ganze Landstriche vernichtet.

Polizei appelliert an Gaffer

Während dort unzählige Rettungskräfte um Menschenleben ringen und Opfern helfen, werden sie von gaffenden Schaulustigen behelligt. Bereits vor Tagen monierte Lars Brummer vom Polizeipräsidium Koblenz bezüglich der anrückenden, fotografierenden Gaffer: „Das Eine ist, dass sie betroffene Anwohner in ihren Vorgärten wie im Zoo fühlen lassen. […] Das Andere ist, dass sie Rettungswege behindern können.“

Zurzeit appelliert die Polizei Koblenz via Twitter, dass Gaffer den Unglücksorten fernbleiben sollen, da sie die Einsatzkräfte bei deren Hilfsmaßnahmen behindern und sich sogar selbst in Gefahr bringen. Vor allem sei zu beachten, dass durch die Hochwasser-Katastrophe viele Straßen zerstört oder nicht mehr intakt sind.

Ansage und zur Not auch Platzverweis

Jene, die noch befahrbar sind, müssen unbedingt freigehalten werden, damit Krankenwagen, Polizei und Rettungskräfte ungehindert zu ihren Einsatzorten gelangen können. Lars Brummer: „Die Polizei ruft dazu auf, die Hochwassergebiete weiträumig zu umfahren. Ich spreche von Schaulästigen, nicht von Schaulustigen. […] Es wird immer welche geben. Wenn wir die antreffen, bekommen die eine Ansage und zur Not auch einen Platzverweis.“

Mittlerweile werden immer mehr unglaubliche Fälle bekannt, dass Plünderer und eben auch Gaffer in die Katastrophengebiete kommen. Ende letzter Woche sagte zum Beispiel eine Anwohnerin aus dem Kreis Ahrweiler gegenüber der dpa, dass viele Schaulustige einfach durch die Wohnviertel gefahren seien, „einfach um zu gaffen“. Dabei hätten manche sogar in ihren Autos noch mal extra aufs Gaspedal getreten, „um uns alle vollzuspritzen“.

Einer von vielen Vorfällen, die wohl die meisten von uns nur mit dem Kopf schütteln lassen.

Quelle: bild.de