Falls ihr zu den Herren gehört, die bei einem Stück Herrenschokolade schwach werden und auch ansonsten schokoladigen Genüssen nicht abgeneigt sind, haben wir eine schlechte Nachricht für euch. Bald könnte Sense sein mit der Kakaoschlemmerei. Denn es droht eine Knappheit des schwarzherben Goldes, die dazu führen könnte, dass es mit Schokolade Essig ist oder diese schlicht sündhaft teuer wird.

Das hat mehrere Gründe: Durch Dürreperioden und spezifische Parasiten sind die Haupterntegebiete in Westafrika nämlich arg in Mitleidenschaft gezogen – 30-40 % der Gesamternte hat ein Pilz unbrauchbar gemacht. Und bereits jetzt schlemmen wir global 70.000 Tonnen mehr der Produkte, als eigentlich an Kakao produziert wird. Studien zufolge könnte dieser Verzehr bis 2020 auf eine Million(!) Tonnen über Kakaomasse ansteigen. Kakaobauern reagieren, indem sie ihre Felder für den Maisanbau nutzen.

Das liegt unter anderem daran, dass der Verbrauch der Köstlichkeiten weltweit massiv angestiegen ist – vor allem China hat seit vergleichsweise kurzer Zeit Schokolade für sich entdeckt. Die Folge ist ein regelrechter Boom. Um dem entgegenzuwirken, arbeitet man an Kakaosorten und Methoden, Schokoladen mit geringerem Kakaoanteil zu entwickeln – für wahre Schokokenner ein Alptraumszenario. Denn weniger Kakao bedeutet weniger Reinheit – und damit weniger Geschmack.

Auf lange Sicht bleibt uns wohl nur eins: Den Gürtel enger schnallen und das eine oder andere Stück liegenlassen. Gibt ja (noch) Bier.

Quelle: Stern