Heißer Tanz im Altersheim: Betreiber entschuldigen sich für Veteranen-Strip – Entgegen verbreiteter Aussagen wird niemand gerne alt. Zumindest hört man selten Menschen in seiner Nähe Dinge sagen wie: „Toll, endlich wache ich jeden Morgen mit quälenden Rückenschmerzen auf“ oder „Schau mal, wie meine Haut Flecken bekommt und herunterhängt, während meine Sehkraft nachlässt.“ Kurz: Altwerden ist nichts für Feiglinge. Was nicht heißt, dass man insbesondere im Alter den Spaß verlieren sollte. In einem Altenheim für Veteranen nahm man dieses Credo wörtlich.

Manchen einen Tick zu wörtlich. Später sahen sich die Betreiber des Taoyuan Veterans Home in Taiwan jedenfalls genötigt, sich zu entschuldigen. Ihr Vergehen: Sie hatten für ein Herbstfest für die Senioren in dem Heim eine Tänzerin organisiert. Präziser: eine Stripperin. Die traditionell als Mondfest bezeichnete Feierlichkeit stellt im Prinzip ein Erntedankfest für Weizen und Reis im taiwanesischen und chinesischen Raum dar.

Einer der Teilnehmer filmte das Ganze

So landeten die Bilder rasch in den sozialen Medien, wo sie ebenso rasch viral gingen. Im Video ist zu sehen, wie sich die Stripperin vor einem Senioren auf dem Boden räkelt. Dabei spreizt sie mit einladenden Gesten die Schenkel, bevor sie sich erhebt und anfängt, dem Veteranen im Rollstuhl einen Lapdance zu verpassen. Mitarbeiter klatschen und ermuntern das Geschehen. Letztlich ergreift der Herr die Brüste der Tänzerin, was Johlen und Applaus einiger Anwesender zufolge hat.

Die Frau schließt ihre Nummer mit einem Stirnküsschen für den altgedienten Soldaten ab. Das Taoyuan Veterans Home wird von der taiwanesischen Regierung betrieben – und sah sich nach dem Bekanntwerden der Bilder den zu erwartenden entrüsteten Kommentaren mancher Naturen im Netz gegenüber.

Schließlich veröffentlichten die Verantwortlichen eine Mitteilung mit einer Entschuldigung:

„Ziel der Veranstaltung war es, die Bewohner zu unterhalten und ihnen eine Freude zu bereiten. Wir bedauern die Kränkung, die dadurch verursacht wurde, sehr.“ Auch kommentierte ein Sprecher des Altenheims, dass die Tanzbewegungen der Dame „zu enthusiastisch und feurig“ gewesen seien und dass man bei der Planung zukünftiger Veranstaltungen „mehr Vorsicht walten“ lassen werde.

Wenig überraschend spaltet das Thema online die Gemüter – und es hagelte keineswegs nur Kritik von Dauerbesorgten. So kommentierte jemand mit kaum verholtem Sarkasmus auf Facebook: „Gott bewahre diese Männer davor, ein letztes Mal mit einer spärlich bekleideten Frau in Kontakt zu kommen, bevor sie ihrem baldigen Ableben entgegensehen.“ Jemand anders schrieb: „Ich weiß nicht, Opi scheint sich zu amüsieren. Es scheint auch, dass alle anderen in die Hände geklatscht haben. Ich sage, lass ihnen ihren Spaß.“

Demgegenüber standen Kommentare der Entrüstung

So kommentierte ein Nutzer: „Wirklich! Warum dachten die sich bloß, dass so etwas für jeden in diesem Publikum angemessen sein würde?“, während eine andere Person festhielt: „Das ist dämlich und lächerlich. Wie wäre es, wenn man sie gut und mit Würde, mit Respekt und Ehre behandeln würde?“ Ein Kommentar der Anwesenden und somit betroffenen Veteranen, ob sie sich durch einen solchen Tanz in ihrer Ehre besudelt fühlten, liegt bis dato allerdings nicht vor.

Quelle: ladbible.com