Die Medien zeichnen ein recht düsteres Bild, wenn es um den Umgang mit Handys und Smartphones geht. Man redet kaum noch direkt miteinander, achtet mit Blick auf den Bildschirm nicht mehr auf den Straßenverkehr und bekommt einen Buckel. Und auch die Erreichbarkeit geht in psychologischer Hinsicht nicht spurlos an uns vorüber. Von daher freuen wir uns, auch mal davon berichten zu dürfen, dass es insbesondre hierzulande noch gar nicht so düster aussieht.

Denn tatsächlich sind die Deutschen ganz und gar nicht so versessen darauf, immer und überall greifbar zu sein. Laut einer internationalen Befragung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) finden es gerade mal 16 Prozent der hiesigen Bevölkerung wichtig, stets erreichbar zu sein.

Im Ausland sieht es, was das betrifft, ganz anders aus. Vor allem in Russland und China ist die Erreichbarkeit den Befragten besonders wichtig. Dort stimmen jeweils 56 Prozent der Befragten der Aussage „Für mich ist es wichtig, immer und überall erreichbar zu sein“ zu – gefolgt von der Türkei (53 Prozent) und Mexiko (50 Prozent).

Jedoch wächst auch hierzulande eine Generation mit dem Smartphone auf. Insbesondere junge Menschen sind ständig online, was ganz eigene Probleme mit sich bringt, wie Gesundheitspsychologin Julia Scharnhorst auf den Punkt bringt:
„Junge haben oft viel zu viele Kontakte und setzen sich dann gegenseitig unter Druck, immer schnell zu antworten. Das läuft dann unter dem Vorwurf: „Ich sehe doch, dass du online bist, warum hast du mir noch nicht geantwortet?“ Manche empfinden das als Vernachlässigung oder Beleidigung.“

Da passt es gut ins Bild, dass die Zahl der Zahl der Krankheiten wegen psychischer Störungen in den vergangenen Jahren massiv gestiegen ist. Ein Umstand, an dem die ständige Erreichbarkeit sicherlich nicht ganz unschuldig ist.

Wir brauchen Zeiten, in denen wir wortwörtlich abschalten können! Also Chef, bitte keine Anrufe mehr nach 18.00 Uhr!