Irgendwann in unserer Kindheit lernen wir auf die harte Tour, dass die Nummer mit den Ausreden gelernt sein will. Klassikern wie „Meine Katze hat die Hausaufgaben gefressen“ mangelt es dermaßen an Glaubwürdigkeit, dass man entweder besser sehr gut wird im Ausreden erfinden – oder es lieber gleich bleiben lässt. Diese Lektion hätten besser auch acht argentinische Polizisten gelernt.

Ermittler fanden nämlich heraus, dass in einem Aservaten-Lager in Pilar, nordwestlich von Buenos Aires, Marihuana verschwunden war. Und zwar nicht ein paar Gramm, sondern sage und schreibe über eine halbe Tonne (540 kg). Von einem Richter befragt, brachten der verantwortliche Polizeikommissar außer Dienst Javier Specia und seine sieben Beamten folgende Ausrede vor: „Mäuse haben die Drogen gefressen.“

Forensik-Gutachter bezweifelten diese Aussage stark und konstatierten, dass die Mäuse an einer solchen Menge Kraut, die sie „keinesfalls jemals für Nahrung halten würden“ schlicht gestorben werden. Hätten sie also dennoch zugelangt, „hätte man eine Menge Mäuseleichen in dem Lager gefunden“, so die Experten. Am 4. Mai sollen die angeklagten Beamten daher unter Eid zu der Sache aussagen.

Aufgeflogen war das Ganze, als Specias Nachfolger Emilio Portero sein neues Amt als Kommissar antrat und in dem Aservaten-Lagerhaus, in dem unter anderem seit zwei Jahren sechs Tonnen Marihuana lagern sollten, nach dem Rechten sah. So bemerkte er nicht nur, dass 540 Kilogramm fehlten – die verständigten Ermittler realisierten auch, dass auf den letzten Inventarlisten der beschlagnahmen Drogen Javier Specias Unterschrift fehlte.

Quelle: bbc.com