Gynäkologische Zwangsuntersuchungen: Flugpassagierinnen verklagen Katar – Nachdem es auf dem Flughafen von Doha zu einer Reihe gynäkologischer Zwangsuntersuchungen an Frauen gekommen war, wollen sieben der betroffenen Passagierinnen Katar nun verklagen, um „eine Botschaft an die katarischen Behörden zu senden“, wie es hieß.

Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP erklärte der Anwalt Damian Sturzaker, dass man Frauen „nicht auf diese Weise behandeln“ könne.

Ende des vergangenen Jahres haben Frauen aus insgesamt zehn Flugzeugen im Flughafen von Doha Zwangsuntersuchungen im Intimbereich über sich ergehen lassen müssen. Den Ausschlag dazu hatte der Fund eines im Plastik gewickelten Säuglings auf einer Toilette des Flughafens gegeben.

Wie es heißt, seien die Frauen an Bord der entsprechenden Flieger via Sprechanlage dazu aufgefordert worden, das Flugzeug mit ihren Pässen zu verlassen.

Dann wurden sie von bewaffneten Wachen in einem Aufzug zu den wartenden Krankenwagen gebracht – ohne zu wissen, was auf sie zukommen würde.

Die britische „Daily Mail“ zitiert eine der betroffenen Frauen: „Sie (die Krankenschwester, Anm. d. Red.) hat unter meine Hose und meine Unterwäsche gegriffen und sie ausgezogen. Es war eine Demütigung, ein Machtmissbrauch und eine Verletzung meiner Menschenrechte.“

Anwalt Sturzaker ergänzt: „Die Gruppe von Frauen hat an dem betreffenden Abend, der nun etwas mehr als ein Jahr zurückliegt, enorme Qualen erlitten und leidet weiterhin unter den Folgen der Geschehnisse.“

Neben einer förmlichen Entschuldigung und einer Entschädigung, fordern die Frauen vor allem auch den Schutz zukünftiger Passagiere.

Zwar habe es laut der „Daily Mail“ seinerzeit behördenseitig eine kritische Reaktion gegeben, Maßnahmen gegen die Übergriffe waren jedoch nicht eingeleitet worden.

Da mit Blick auf die kommende Fußball-Weltmeisterschaft im Lande ein Imageschaden zu befürchten ist, wurden nun aber von offizieller Seite Ermittlungen angekündigt. Auch der Regierungschef der ultrakonservativen muslimischen Monarchie, die Sex und Geburten außerhalb der Ehe mit Gefängnisstrafen ahndet, entschuldigte sich.

Dennoch seien die betroffenen Frauen Sturzaker zufolge nicht über Verbesserungen der Flughafenverfahren informiert worden.

Diese wollen von daher vor der WM auf die Missstände aufmerksam machen, sollten sich Besucher des Turniers doch „darüber im Klaren sein, dass (...) diese Ereignisse passiert sind und sich jederzeit wiederholen können.“

Wie es heißt, sollen die Klagen gegen die katarische Luftfahrbehörde, den Hama International Airport, die Airline Qatar Airways sowie die Regierung des Landes in Kürze in Australien eingereicht werden.

Quelle: stern.de