GRÜNEN-EKLAT: Bundestagskandidatin scheitert an Fragen – Auf dem Landesparteitag der Grünen im Saarland kam es zu einem Auftritt, der seitdem für ein Rauschen im Blätterwald sorgt. Denn die Kandidatin für den Listenplatz zwei der Bundestagswahl, Irina Gaydukova, konnte kaum eine Frage zu bundespolitischen Themen beantworten. Sie trat nach dem Eklat aus der Partei aus.

Die 52-jährige Controllerin aus Saarbrücken wusste so gut wie keine Antwort auf Fragen zu bundespolitischen Themen. Dies sorgte für Häme im Netz sowie teils heftige Kritik an ihrer Person. Bereits am Freitag trat Gaydukova bei den Grünen aus. Ebenfalls seinen Hut nahm der Landesvorsitzende Ralph Rouget: Auf dem besagten Parteitag war Hubert Ulrich zum Spitzenkandidaten gewählt worden – ein Mann, und somit ein Verstoß gegen die Statuten der Grünen.

Kandidatin zuvor in drei Wahlgängen durchgefallen

Im Video unten ist der Auftritt von Gaydukova zu sehen, der Ausschnitt stammt aus ihrer Vorstellungsrunde. „Wie stehst du zur Fahrradpolitik?“, lautet die erste Frage an die Kandidatin. Ihre Antwort: „Positiv.“ Es vergeht etwas Zeit. Dann hält sie nach: „Was erwartet man von mir bei dieser Frage?“ Auf die Frage nach einer sinnvollen Verbindung zwischen sozialer Gerechtigkeit und dem Klimaschutz folgen eine Weile Stille sowie:

„Habe ich Zeit, zu überlegen?“ Nachdem die Kandidatin noch einige Sekunden mit sich um eine Antwort ringt, geht man zur nächsten Frage über. Diesmal zum Komplex des CO2-Zertifikatehandels. Auch hier nichts als Schweigen, während Gaydukova abermals mit sich zu ringen scheint.

Wenig Gegenliebe im Netz

Unklar ist bis dato, ob die Kandidatin keine Antworten wusste, oder unter akutem Lampenfieber litt beziehungsweise einen anderen Aussetzer hatte. Die Kommentare im Netz fielen teils vernichtend aus. Der saarländische Landesvorstand der Grünen stellte sich schützend vor die Kandidatin.

Auf eine Anfrage von „Focus Online“ konstatierte man, Gaydukova habe „angesichts der extrem aufgeladenen Stimmung als ein bislang nur kommunalpolitisch engagiertes Mitglied ohne Rhetoriktraining erhebliches Lampenfieber und Nervenflattern“ gehabt.

Für die Kritiker fanden die Grünen deutliche Worte:

„Der Umgang mit Irina macht uns betroffen. Wir würden uns wünschen, dass die zum Teil entwürdigenden Angriffe auf Irina in den sozialen Netzwerken unter Beachtung der Persönlichkeitsrechte entsprechend gewürdigt werden.“

Die Kandidatin habe „in ihrer Bewerbungsrede ihre bewegende Migrationsgeschichte beschrieben, die vielen zugewanderten Menschen Mut macht, dass man es auch als unter extrem schwierigen Bedingungen in die Bundesrepublik zugewanderte Frau mit Fleiß, Mut und Engagement zu etwas bringen kann.“

AKK mischt sich ein

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer meldete sich auf Twitter zu dem Eklat, stellte sich ebenfalls an die Seite Gaydukovas: „Der Auftritt ist sicher alles andere als professionell. Aber die Reaktionen darauf im Netz finde ich noch unprofessioneller und beschämend. Hier wird gerade ein Mensch kaputt gemacht“, so die frühere CDU-Chefin.

Quelle: focus.de