Wer solche Freunde hat, braucht keine Feinde mehr … Den Spruch kennt man. Neu hingegen ist: Wer solche Kinder hat, braucht keine Feinde mehr … So zumindest könnte eine Mutter aus Baden-Württemberg denken, die ihrem eigenen Sohn ein Date mit der deutschen Ordnungsmacht verdankt – weil er, zumindest aus gesetzlicher Sicht, das Richtige getan und die Polizei eingeschaltet hat …

Der Grund: Der Junge aus St. Leon-Rot im Rhein-Neckar-Kreis fand im Garten der Familie Pflanzen, die ihm komisch vorkamen. Er war sich unsicher, um was es sich dabei handelte und strengte Internet-Recherchen an. Dabei bestätigte sich sein Erstverdacht, es handelte sich um Cannabis. Kurzerhand schaltete der Junge die Polizei ein. Diese trat auf den Plan und nahm die Pflanzen in Augenschein, der Verdacht wurde Gewissheit: 20 Cannabispflanzen wurden sichergestellt, einige waren bis zu 1,5 Meter hoch.

Die Mutter zeigte sich auch vor den Beamten alles andere als angetan von ihrem umtriebigen Filius und seinen Netzrecherchen: Während die Beamten ihre Plantage „ernteten“ war die Frau nicht mehr zu beruhigen – zu seiner eigenen Sicherheit wurde der Junge auf das Revier verfrachtet und auch das Jugendamt eingeschaltet.

Hätte der junge Mann mal besser seine Klassiker im Internet gelesen, als Infos zu Gras zu wälzen. Denn wie schrieb schon der Dichter August Heinrich Hoffmann von Fallersleben im frühen 19. Jt: „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.“ Schließlich hat der Junge sich gegen seine Familie gestelllt – andererseits hat er sich juristisch korrekt verhalten … Ein schwieriges Thema.

Quelle: spiegel.de