In Deutschland spielt die geschlechtliche Gleichberechtigung nach wie vor eine wichtige Rolle und viele Bürger sehen noch immer Handlungsbedarf. Ginge es bei dem Thema aber nach uns Männern, wäre anscheinend schon Schluss mit Gleichberechtigung.

Dies hat zumindest eine Studie des Instituts für Demoskopie Allensbach ergeben, bei der im Auftrag der „Bild der Frau“ das Rollenverhältnis zwischen Männern und Frauen in Deutschland untersucht wurde. Befragt wurden 947 Männer im Alter von 18 bis 65 Jahren sowie 546 Frauen desselben Alters.
Zentrales Ergebnis der Befragung ist dabei, dass 64 Prozent der Männer in puncto Gleichberechtigung schon einen Schlussstrich ziehen würden. Aber damit nicht genug, denn 28 Prozent des männlichen Geschlechts denken, dass bei der Gleichberechtigung übertrieben wird und sechs Prozent der Befragten fühlen sich gegenüber Frauen sogar benachteiligt.

"Es ist schade, dass so viele Männer schon einen Schlussstrich ziehen wollen – wo es doch noch so viel zu tun gibt: gerechte Verteilung der Familienarbeit, gleicher Lohn, gleiche Aufstiegschancen", äußert sich Sandra Immoor, Chefredakteurin der Frauenzeitschrift, zu den Ergebnissen. Für einen Großteil der Männer steht die Karriere im Vordergrund, den Haushalt könne die Frau ohnehin besser erledigen.

Darüber hinaus wurde im Rahmen der Befragung aber auch festgestellt, dass Frauen doppelte Ansprüche an Männer stellen. Denn 66 Prozent der Frauen wünschen sich, dass die Männer viele Aufgaben in Haushalt und Familie übernehmen, während sich 52 Prozent der befragten Damen für einen erfolgreichen Karrieregänger aussprechen. „Sie sollen gleichzeitig berufs- und familienorientiert sein, sich intensiv um die Kinder kümmern und vermehrt Aufgaben in Haushalt und Familie übernehmen, selbstbewusst und gleichzeitig einfühlsam sein, eigene Gefühle zeigen und eine selbstbewusste Partnerin schätzen“, so Allensbachs-Chefin Renate Köcher zu der Situation.

Trotz der Auflösung festgelegter Geschlechterrollen unterliege die Aufgabenteilung in den meisten Familien aber weiterhin dem herkömmlichen Muster. Der Mann kümmere sich in erster Linie um den Beruf und das Einkommen, während die Frau mehr den Haushalt und die Kinder übernehme.