Da können die Weiber noch so oft mit ihren Wehen und Geburtsschmerzen kommen, sie werden niemals nachvollziehen können, wie grausam eine Männergrippe sein kann. Denn eine Geburt huldigt dem Leben, eine Männergrippe dagegen ist wie ein Handstand am Rande des Kraters, der in den Hades führt, wie ein Platz im Schöffengericht des Todes, wie ein circa zweiwöchiger Exorzismus … nur krasser! Und es ist ein einsamer Kampf, neigen Frauen doch dazu, Männer, die im Styx gegen die Strömung um ihr Leben schwimmen, nicht wirklich ernstzunehmen. Aber damit ist jetzt endgültig Schluss! Denn die Männergrippe, verehrte Damen, gibt es wirklich!

Laut einer Studie von Beatrix Grubeck-Loebenstein an der Universität Innsbruck erkälten sich Männer nicht nur häufiger als Frauen, der Krankheitsverlauf gestaltet sich auch tatsächlich heftiger. Denn Frauen sind durch das Abwehrsystem ihres Körpers im Allgemeinen und durch das Hormon Östrogen im Speziellen besser gegen Infektionskrankheiten gewappnet.

Das bestätigen auch Untersuchungen der Johns Hopkins Universität in Baltimore, wo man den Auswirkungen des weiblichen Hormons auf den Grund ging, indem man Zellen aus der männlichen Nasenschleimhaut mit Östrogen versetzte und diese dann mit dem Influenza-Virus infizierte. Wie sich zeigte, hatte das Hormon bei den Männern keinerlei Auswirkungen, während es bei den ebenfalls getesteten Frauen effektiv das Virus bekämpfte.

Vorteil: Doppeltes X-Chromosom

Und dann wären da noch die Ergebnisse der Stanford-University, die belegen, dass Frauen nach einer Grippeimpfung signifikant mehr Antikörper bilden als Männer. Erschwerend kommt für Letztere hinzu, dass diese umso weniger Antikörper zur Verfügung hatten, je höher ihr Testosteronspielgel war. Der Grund für das stärkere Immunsystem der Frauen ist Forschern zufolge das doppelte X-Chromosom, welches mehr Gene für die Immunabwehr beinhaltet, als das Y-Chromosom, welches uns zu Männern macht.

Allerdings hat eine gestärkte Immunabwehr in evolutionärer Hinsicht kurioserweise auch so ihre Nachteile, weshalb es sich beim Mann wohl nicht durchgesetzt hat. Wenn ein Immunsystem nämlich einerseits schwächer anschlägt, reagiert es andererseits auch nicht über. Und so kommt es dann, dass Frauen deutlich häufiger an Autoimmunkrankheiten leiden, als Männer. Soll heißen, dass sie sich den Vorteil, seltener unter Grippe, Erkältung und anderen Viren zu leiden mit der Anfälligkeit für multiple Sklerose oder Rheuma erkaufen.

Quelle: heilpraxisnet.de