Wir befinden uns im Jahre 2016 n. Chr. Alles, was Spaß macht, ist entweder illegal, ungesund oder unmoralisch … Alles? Nein! Von unbeugsamen Wissenschaftlern erstellte Studien hören nicht auf, den Spaßverderbern Widerstand zu leisten! Und das Leben ist nicht leicht für althergebrachte Ansichten.

Denn wenn es nach einem internationalen Forscherteam um den Biostatistiker und Epidemiologen Andrew Mente von der McMaster University geht, sollten wir auf keinen Fall auf das lange verteufelte Salz verzichten. Früher galt: je weniger, desto besser! Doch diese Faustregel kann für einige Menschen richtig gefährlich werden.

Leider hat sich an der Tatsache, dass zu viel Salz den Druck in den Blutgefäßen ungesund ansteigen lässt, zwar nichts geändert, doch die statistische Analyse von 133.118 Studienteilnehmern aus 49 Ländern zeigt, dass niedriger Salzkonsum von weniger als 7,5 Gramm am Tag zu mehr Herzinfarkten, Schlaganfällen und insgesamt mehr Toten führt als bei einer durchschnittlichen Salzaufnahme. Und das gilt auch für Menschen, die bereits an hohem Blutdruck leiden!

Das wirft natürlich Fragen bezüglich der gängigen Empfehlung für Bluthochdruckpatienten auf, so wenig Salz wie möglich zu essen. Laut Mente sei es durchaus wichtig den Konsum zu reduzieren, jedoch seien extrem niedrige Mengen nicht gesundheitsfördernd. Zu wenig Salz führe nämlich zur vermehrten Ausschüttung einiger Hormone, was die Vorteile des erniedrigten Blutdrucks wieder aufhebe. Das richtige Maß liege für alle Menschen irgendwo zwischen 7,5 und 15 Gramm Salz am Tag.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sieht das jedoch anders und hat mit lediglich fünf Gramm pro Tag einen deutlich niedrigeren Richtwert angesetzt – etwa soviel wie in hundert Gramm Schinken. Demgegenüber steht jedoch nicht bloß die hier besagte Studie. So ergab eine andere Untersuchung, dass Studienteilnehmer, die weniger als sechs Gramm Salz täglich aufnahmen, oft ein kürzeres Leben hatten als Normalesser. Erst oberhalb von 13 Gramm Tagesdosis stieg die Sterblichkeit wieder.

Dennoch sterben wesentlich mehr Menschen an den Folgen eines Übermaßes an Salz, als an den Folgen des Verzichts, weshalb keine der Studien, die sich für den Salz-Konsum aussprechen, als Entwarnung verstanden werden darf!