Sommer. Das heißt, der Grill wird angeworfen, das Bier wird kaltgestellt und das Fleisch wird aufs Rost geworfen. Oder etwa nicht? Einem Bericht der Augsburger Allgemeinen zufolge gewinnen Vegetarier immer mehr Anhänger. Innerhalb der letzten sieben Jahre habe sich ihre Anzahl in Deutschland sogar verdoppelt!

Dabei hat nicht nur die Gesundheit etwas damit zutun, auch wenn sie der Hauptgrund ist. Ein weiterer Grund für den Umstieg aufs Häschenfutter sind die hohen Preise fürs geschlachtete Tier. Insgesamt sind rund 60 Prozent der Deutschen bereit, weniger Fleisch zu konsumieren. Demnach solle die Agrar- und Fleischwirtschaft lieber auf geringere Mengen, aber dafür höhere Qualität setzen.

Eine Befragung der Universitäten Hohenheim und Göttingen hat nun den Vegetarier-Anteil der Bevölkerung sowie deren Motive herauskristallisiert. Lediglich 3,5 Prozent der Deutschen sind Vegetarier. Eine weitere kleine Gruppe von unter einem halben Prozent lebt sogar vegan. Die letzte Studie aus dem Jahre 2006 brachte nur die Hälfte der Vegetarier hervor.

Erstmals wurde auch die Anteil der sogenannten Flexitarier erhoben. Flexitarier sind Menschen, die bewusst wenig, nur ganz selten oder nur eine bestimmte Qualität oder Art von Fleisch verzehren. Der Anteil dieser Personen beläuft sich auf 11,6 Prozent. 9,5 Prozent der Befragten gaben an, in Zukunft weniger Fleisch essen zu wollen. Drei Viertel aller Deutschen sehen ihren Fleischkonsum hingegen als unproblematisch an.

Den größten Anteil der Vegetarier bilden mit zwei Dritteln Frauen. Altersunterschiede gibt es keine. „Der Fleischkonsum nimmt mit steigendem Bildungsgrad und höherem Einkommen ab“, meint Professor Harald Grethe, Professor für Agrarpolitik an der Universität Hohenheim.

Die Umstellung des Fleischkonsums hat jedoch meist nur gesundheitliche Gründe. An das Tierwohl denken dabei hauptsächlich Vegetarier, Flexitarier eher seltener.

Auf Fleisch verzichten, könntet ihr das?