Es ist wirklich kein Scherz, wenn wir euch erzählen, dass es Menschen gibt, die allergisch auf Sperma reagieren. Und ob ihr es glaubt oder nicht: Auch Männer können davon betroffen sein. Die Symptome äußern sich in Schwellungen, Rötungen, Quaddelbildung und Ausschlag am ganzen Körper. Bei manchen Menschen kommen aber auch Übelkeit, Durchfall oder Erbrechen dazu! In den schlimmsten Fällen droht sogar Lebensgefahr!

Da im Falle einer heftigen Allergie die Atemwege bereits beim Hautkontakt mit Sperma zuschwellen und das Herz-Kreislauf-System reagiert, kann es zur Atemnot bis hin zur Ohnmacht kommen. Wenn dann in extremen Fällen auch noch ein anaphylaktischer Schock eintritt, besteht wie gesagt die berechtigte Gefahr, dass das Ganze tödlich endet.

Dabei ist nicht das Sperma an sich das Problem, sondern allein die Flüssigkeit, welche die Spermien enthält: das sogenannte Seminalplasma. Bei Kontakt verhält sich das Immunsystem des Körpers eines Allergikers dann im Prinzip wie bei einem Heuschnupfen, indem es einen bestimmten, im Grunde harmlosen Stoff als Krankheitserreger deutet und daraufhin eine heftige Abwehrreaktion auslöst.

Der Schuldige ist gefunden!
Ärzten gelang es, ein Protein auszumachen, welches als Auslöser gilt. Jenes sogenannte Prostataspezifische Antigen (PSA) wird in der Prostata produziert und findet sich im Sperma eines jedes Mannes. Das bedeutet, dass ein Wechsel des Sexualpartners den Betroffenen nicht hilft!

Aber immerhin ist diese sehr spezifische Reaktion des Immunsystems äußerst selten. Daten aus den USA gehen von rund 20.000 bis 40.000 Betroffenen aus. Jedoch dürfte die Dunkelziffer Experten zufolge deutlich höher ausfallen, da es vielen Betroffenen unangenehm sei, über ihr Problem zu sprechen. Oder aber, sie wissen die Symptome nicht zu deuten.

Der Allergologe und Androloge Jean-Pierre Allam erklärt:
„Bei Männern löst Sperma sehr unspezifische Symptome aus, die nicht richtig zu einer Allergie passen. Die Betroffenen leiden nach dem Orgasmus unter Kopfschmerzen und grippeähnlichen Anzeichen, die zwei bis sieben Tage anhalten könnten.“

Ist das Problem jedoch erst einmal erkannt, lässt sich eine Sperma-Allergie leicht behandeln. Während Allergikerinnen beim Sex ganz einfach auf ein Kondom zurückgreifen können, helfen Männern auch allergieunterdrückende Medikamente. Eine andere Möglichkeit sei eine Hyposensibilisierung, bei der der Körper gegenüber dem Allergen eine Toleranz entwickeln soll.

Schwierig wird es jedoch bei Allergikerinnen mit Kinderwunsch. Hier sollte eine künstliche Befruchtung als Option in Betracht gezogen werden. Allerdings übernimmt die Krankenkasse nicht die Kosten!