Über die Wirksamkeit von Sport wird viel gestritten, aber es wird wohl keiner die grundsätzlichen gesundheitlichen Vorteile für unseren Körper bezweifeln?! Tatsächlich sind diese noch weit größer, als bisher angenommen. Das Ergebnis einer Langzeit-Studie zu diesem Thema hat sogar die Forscher selbst überrascht.

Diese sind an der Universität Karlsruhe tätig und haben von dort aus über einen Zeitraum von 25 Jahren regelmäßig 500 Menschen im Alter zwischen 35 und inzwischen etwa 80 Jahren untersucht, die alle aus der Stadt Bad Schönborn im baden-württembergischen Landkreis Karlsruhe stammen und sich grob in zwei Gruppen einteilen lassen: Sportler und Sportmuffel.

Dabei taten sich frappierende Unterschiede zwischen sportlichen und unsportlichen Menschen auf. Ein körperlich aktiver 50-jähriger ist den Untersuchungen zufolge so fit, wie ein 40-jähriger der in seiner Freizeit – salopp formuliert – den Arsch nicht hochbekommt. Dabei braucht es gerade mal zwei Stunden Sport pro Woche, um das Risiko für das Metabolische Syndrom – Übergewicht, Bluthochdruck, erhöhte Blutfettwerte – und damit die Gefahr, eine Herz-Kreislauf-Erkrankung zu erleiden, um das Fünffache zu senken! Das entspricht in etwa den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation, die 150 Minuten moderaten Sport pro Woche vorschlägt.

Was ist „moderat“?

Allerdings braucht ihr nun gar nicht erst anzufangen, beim Treppensteigen die Zeit zu stoppen. Denn laut Steffen Schmidt, dem Projektleiter der Sportstudie, muss man schon ein bisschen ins Schwitzen kommen. Ein kleiner Spaziergang reicht da nicht aus, während gezieltes Walking oder Fahrradfahren durchaus als „moderate Aktivität“ gewertet werden dürfen.

Nun ist viel Bewegung aber leider nicht automatisch gleichbedeutend mit einem langen Leben, da auch der individuellen genetischen Disposition eine große Rolle in dem Gefüge zukommt. Allerdings lassen sich genetische Risikofaktoren, wie etwa die Neigung zu Übergewicht oder die Veranlagung zu Demenz, mit einem sportlich-aktiven Leben durchaus abmildern.

Die Frage, welche Rolle die Ernährung bei dem Ganzen spielt, wurde im Zuge der Studie übrigens bewusst vernachlässigt, da dies den Experten zufolge schlicht den Rahmen gesprengt hätte.

Quelle: augsburger-allgemeine.de