Gesetzesbeschluss: Indonesien lässt pädophile Sex-Täter kastrieren – Ein neues Gesetz wurde in Indonesien beschlossen, welches die chemische Kastration von pädophilen Sexualstraftätern gestattet. Dabei wird den Tätern eine Lösung gespritzt, die das Testosteronniveau senkt und damit den Sexualtrieb unterdrückt. Anfang Dezember 2020 unterzeichnete Präsident Joko Widodo den Beschluss. Er gestattet es Richtern, die chemische Kastration bei der Verhängung eines Urteils wegen pädophiler Straftaten zu verkünden.

Das indonesische Ministerium für die Stärkung von Frauenrechten und den Kinderschutz sagte gegenüber dem Portal „Vice World“, man erhoffe sich, dass diese Form der Strafe als „Abschreckungsmittel“ gegen potenzielle Täter fungiere. Erste Vorschläge für ein solches Gesetz wurden 2016 unterbreitet, als ein Fall von Kindervergewaltigung Indonesien erschüttert hatte. Menschenrechtler laufen seitdem Sturm gegen das Gesetz.

Amnesty International erließ eine Erklärung, worin die Menschenrechtsorganisation eine rasche Überprüfung der Gesetzesänderung fordert. Amnestys Indonesien-Experte Papang Hidayat erklärte: „Der sexuelle Missbrauch an Kindern ist unvorstellbar grausam. Aber Täter chemischer Kastration oder Hinrichtungen auszusetzen, ist keine Gerechtigkeit, sondern fügt einer Grausamkeit nur eine weitere hinzu.“

Weiter betonte Hidayat:

„Die erzwungene chemische Kastration stellt eine Verletzung des Verbots von Folter und anderen grausamen, unmenschlichen oder entwürdigenden Behandlungen oder Bestrafungen nach internationalem Recht dar. Die Erweiterung des Maßstabs der Todesstrafe beißt sich mit Indonesiens internationalen Verpflichtungen, die das Recht auf Leben schützen. Zudem kann angesichts der gravierenden Makel in Indonesiens Rechtssystem das Risiko einer Hinrichtung von Unschuldigen niemals ausgeschlossen werden.“

Auch die nationale Kommission gegen Gewalt gegen Frauen in Indonesien äußerte sich zu dem Beschluss. Commissioner Siti Aminah Tardi dazu:

„Mit der Kastration wird die Regierung ihr Ziel nicht erreichen, denn sexuelle Gewalt gegen Kinder geschieht aufgrund von unausgewogenen Machtverhältnissen (zwischen Täter und Opfer) oder der Wahrnehmung der Täter gegenüber den Opfern. Die Kontrolle der Sexualhormone [der Täter] wird die sexuelle Gewalt nicht beenden.“

Technisch betrachtet war die chemische Kastration von Tätern bereits seit 2016 erlaubt, sollte jedoch erst 2019 an einem Mann in Ostjava vollzogen werden, der sich an mehreren Kindern vergangen hatte. Es gab jedoch keinen Arzt, der sich dazu bereit erklärte – die Handlung verstößt gegen die Prinzipien der Medizinethik. Dem neuen Gesetz zufolge kann ein Insasse für bis zu zwei Jahre pro Tat chemisch kastriert werden.

Quelle: ladbible.com