Gesetz neu geregelt: Kindesmissbrauch wird künftig härter bestraft – In den letzten Jahren waren mehrere große Missbrauchsfälle in weitverzweigten Pädophilen-Netzwerken aufgedeckt worden. Mit einem neuen Gesetzespaket möchte die Große Koalition diesen erschütternden Umständen nun Rechnung tragen und hat dazu härtere Strafen bei Kindesmissbrauch durchgesetzt.

Demzufolge soll Kindesmissbrauch künftig immer als Verbrechen eingestuft und mit einem Strafrahmen von mindestens einem Jahr bis zu 15 Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden. Zuvor waren derartige Taten als Vergehen mit einer Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu 10 Jahre sanktioniert worden.

Auch die Verbreitung, der Besitz und die Beschaffung von Kinderpornographie werden zu einem Verbrechen hochgestuft, sodass auch hier entsprechend nun höhere Strafen drohen. Zudem werden in den Strafvorschriften über den sexuellen Missbrauch von Schutzbefohlenen und in Abhängigkeitsverhältnissen künftig auch Handlungen mit oder vor Dritten erfasst.

Die Verjährungsfrist bezüglich der Herstellung kinderpornographischer Inhalte, in denen ein tatsächliches Geschehen wiedergegeben wird, soll darüber hinaus erst ab der Vollendung des 30. Lebensjahres des Opfers beginnen.

Mit Blick auf den Schutz von Kindern und Jugendlichen sind außerdem erheblich längere Fristen für die Aufnahme von relevanten Verurteilungen ins erweiterte Führungszeugnis vorgesehen. Auch die Qualitätsanforderungen für Familien- und Jugendrichter sowie Jugendstaatsanwälte sowie Verfahrensbeistände von Kindern werden durch das Gesetz neu geregelt.

Quelle: bild.de