Vater werden ist nicht schwer – Vater sein dagegen sehr. Vater eines Kindes zu sein, das gar nicht das eigene ist, sondern einem Seitensprung der untreuen Partnerin entstammt, ist noch schwerer. Insbesondere, wenn man für ein Kind in die Tasche greifen darf, das nach eigenem Verdacht gar nicht das eigene ist. Bundesjustizminister Heiko Maas plant, die Rechte von Scheinvätern in Zukunft zu stärken. Die Mütter solcher „Kuckuckskinder“ sollen gezwungen werden, zu offenbaren, mit wem sie im Zeugungszeitraum des Kindes Sex hatten.

Maas will die Mütter solcher Kinder zu einer verbindlichen Auskunft verpflichten, um es Scheinvätern zu erleichtern, leibliche Väter vor Gericht in die Pflicht zu nehmen. So muss eine Mutter laut Gesetzesentwurf offenbaren, „wer ihr während der Empfängniszeit beigewohnt hat“. Das neue Gesetz, sollte es denn verabschiedet werden, könnte der Tatsache ein Ende bereiten, dass selbst freiwillige Vaterschaftstests des Scheinvaters vor Gericht nicht als Beweis zugelassen werden.

Rückforderungen von bis zu zwei Jahren

Auf diese Weise will der SPD-Politiker es Scheinvätern erleichtern, den wahren Vater aufzuspüren. So können vor allem bereits geleistete Unterhaltszahlungen des Scheinvaters für einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren zurückgefordert werden. Grundlage für den Auskunftszwang bildet die Auflage, dass die geforderte Auskunft der Mutter für die Feststellung eines Unterhaltsanspruchs relevant ist. Somit kann ein Scheinvater einfacher den Unterhalt vom leiblichen Vater des Kindes einfordern.

In Einzelfällen kann diese Auskunftspflicht verweigert werden, wenn eine Auskunft der Mutter gegenüber „unzumutbar“ sei, doch es soll strenge Regelungen geben, wann dies der Fall ist. „Nur wenn schwerwiegende Gründe gegen eine solche Pflicht zur Benennung des leiblichen Vaters sprechen, soll die Mutter auch das Recht haben, diesen zu verschweigen“, so der Bundesjustizminister.

Quelle: spiegel.de