Gender-Sprache: Panzerkommandant wird zur „Teamleitung“ – In jüngster Zeit haben Medienberichte und Umfragen aufgezeigt, dass knapp über zwei Drittel der deutschen Bundesbürger sich gegen das Thema Gendern in der Sprache positionieren. Dennoch wird die gendergerechte Sprache von einigen Medien und etwa Kommunalverwaltungen als Mittel zu einer inklusiveren Welt umgesetzt. Nun sind bei der Bundeswehr die Panzer dran.

Genauer gesagt: die Panzerkommandanten. Denn die Bundeswehr hat sich an einer Stellenausschreibung besagter gendergerechter Sprache bedient. Kurzerhand wird darin der Panzerkommandant, dem die Befehlsgewalt über Dutzende Tonnen Stahl, deren Crew sowie das verheerende Waffenarsenal obliegt, durch eine „Teamleitung (m/w/d) Panzertruppe“ ersetzt, wie „Der Spiegel“ berichtet.

Nur der Anfang

Für die rollende Festung vom Typ Leopard 2 wird online somit nun nach einer Teamleitung gesucht. Die muss Qualifikationen mitbringen, die einer solchen Position angemessen sind, wie es in der Stellenanzeige heißt, darunter: „Sie beherrschen außerdem ein komplexes Waffensystem, welches sich durch enorme Feuerkraft auszeichnet, mit der Sie verantwortungsbewusst umgehen.“

Nach der Anzeige gab es offenbar Klärungsbedarf, denn Generalleutnant Alfons Mais, Inspekteur des Heeres, fühlte sich wohl bemüßigt, über den Kurznachrichtendienst Twitter zu erläutern: „Übersetzung ‘Teamleitung’ in ‘Heeresdeutsch’: Panzerkommandant/ Panzerkommandantin.“ 

Mais erntete damit nahezu durch die Bank spöttische Kommentare. Der Ton: Welchen Nutzen ein militärischer Rang habe, der erst via Social Media erläutert werden müsse. So schrieb etwa ein Nutzer: „Sollen wir Sie weiter mit ‚Herr General‘ ansprechen, oder doch lieber ‚Teamleiter der bodengebundenen Mitarbeitenden des Ressorts Verteidigung‘.“

Es ist nicht der erste Vorstoß der deutschen Bundeswehr in eine gendergerechte Richtung. Wer gedient hat, wird sich an die EPa erinnern: Die als „Einmannpackung“ bezeichnete Ration. Für diese wurde ein Ideenwettbewerb zur Findung eines gendergerechten Namens ins Leben gerufen. Wie das Fachmagazin „Soldat & Technik“ eine Meldung im Bundeswehr-Intranet zitierte:

Tschüs EPa, hallo EPa

„Nach mehreren Jahrzehnten der Zugehörigkeit von Frauen in den Streitkräften ist der Begriff ‚Einmannpackung‘ nicht mehr zeitgemäß.“ Der Begriff entspreche nicht den „Vorgaben der sprachlichen Gleichstellung“, heißt es weiter. Was man in dem Wettbewerb jedoch erhalten möchte, ist die Abkürzung EPa.

Quelle: spiegel.de