Das Thema „Kuckuckskinder“ ist ein heikles – im Wettlauf gegen das Ticken der biologischen Uhr greifen manche Frauen zu unlauteren Methoden, um sich den Kinderwunsch zu erfüllen und den Mann am Ende noch zahlen zu lassen. Die Dame aus diesem Vorfall geht noch einen Schritt weiter. Sie hatte sich im Laufe der Ehe von ihrem Mann Eizellen befruchten lassen, später ließen sich die beiden scheiden. Diese Eizellen ließ sich die Frau einsetzen – sie hatte die Unterschrift ihres Ex gefälscht, damit das Ganze über die Bühne gehen konnte. 

Nun sitzt nicht sie, sondern ihr Arzt auf der Anklagebank des Münchner Landgerichts – der Kindsvater wider Willen verlangt Schadenersatz vom Mediziner. Im August 2013 hatte das Noch-Ehepaar Eizellen in vitro befruchten lassen – obschon es seinerzeit bereits nicht gut um die Ehe stand, wie der Vater im Zeugenstand angab. Er hatte Mitleid mit seiner Frau, weil er zum damaligen Zeitpunkt davon ausging, dass sie sich einer Chemotherapie unterziehen müsse – doch es kam anders, die Behandlung war unnötig. Danach zerbrach die Ehe der beiden, er zog aus, das Thema Kinderwunsch schien vom Tisch.

Doch nicht für die Ex. Sie ging zum Arzt und ließ sich die Eizellen einsetzen. Für das Fälschen der Unterschrift ihres Ex bei der Nummer wurde sie rechtskräftig wegen Urkundenfälschung belangt. Doch das reichte dem Vater wider Willen nicht: Nun klagt er gegen die Arztpraxis, verlangt, dass diese für seinen mittlerweile dreijährigen Sohn den Unterhalt übernimmt. Er habe das Kind nie gewollt und auch nie sein Einverständnis zu dem Eingriff erklärt. Es ist nachgewiesen, dass er im Oktober 2013 in der Praxis angerufen und seine Zustimmung zu einer solchen Behandlung telefonisch widerrufen hatte.

Vater wider Willen darf weiter zahlen…

Die Arzthelferin am Telefon vermerkte dies zwar in seiner Akte, gab aber dem Arzt nicht Bescheid. Nicht, dass das etwas gebracht hätte: Laut Embryonenschutzgesetz verfügt eine Frau allein über ihre Eizellen – und die Einverständniserklärung mit der angeblichen Unterschrift des Mannes lag ja noch vor. So ließ die Dame sich im November 2013 die erste Eizelle einsetzen – doch der Eingriff misslang. 2014 fälschte sie die Unterschrift erneut, ließ den Vorgang wiederholen: Diesmal klappte es, sie bekam einen Sohn. Nun soll das Gericht darüber befinden, ob die Praxis die Unterschrift nach dem Telefonat hätte anzweifeln müssen.

Das Urteil wird für Anfang Mai erwartet. Besonders hart für den Vater wider Willen: Er wird höchstwahrscheinlich nicht von den Unterhaltszahlungen befreit. Nach Maßgabe des Richters sei ein Anruf in der Praxis als Widerspruch unzulänglich. Obschon der Mann wusste, was seine Ex vorhatte, hatte er bis auf dieses eine Telefonat dem Eingriff nicht mehr widersprochen. So konnte die Dame noch Monate nach seinem Anruf auch den zweiten Befruchtung-Eingriff ungehindert durchführen lassen.

Dürfte interessant sein, zu erfahren, was sie ihrem Sohn mal erklären wird, wie er in diese Welt gekommen ist…

Quelle: vice.com