Gartentrimmer und gesplittertes Glas: Polizei geht Wrestling-„Deathmatch“ nach – Dass es mitunter insbesondere in kleineren Wrestling-Wettbewerben etwas ruppiger zugehen kann, weiß wohl jeder, der je ein „Blood Match“ oder fiese Cage-Stürze gesehen hat. Dass bei einem klassischen Deathmatch die Polizei anrücken soll, kommt wahrscheinlich seltener vor. Doch dies ist passiert. Das Ereignis wurde als „familienfreundlich“ angekündigt.

Im englischen Landkreis Durham untersucht die Polizei ein Match von Colliery Championship Wrestling (CCW), welches im Conservative Club in Seaham ausgetragen wurde. Bei der Begegnung setzten die Wrestler nicht nur auf Klassiker wie Glasscherben – es kam auch ein Gartentrimmer zum Einsatz. Dabei soll Blut geflossen sein. Brisanteres Detail: Das Publikum war nicht auf den Gewaltgrad vorbereitet.

Entsprechend hatte es Tickets mit Familienrabatt gegeben. James Barrass von CCW erläuterte, dass die Austragung zwischen den Wrestlern Tonnie Thatcher und Blizzard ohne Barrass’ Vorwissen „eskaliert“ sei – insbesondere, was den Einsatz improvisierter Waffen betreffe. Gegenüber „BBC News“ sagte Barrass: „Manchmal laufen die Dinge nicht nach Plan. Hier ging offensichtlich mehr schief. Ich habe hinterher mit den Jungs geredet. Wir hatten eine Diskussion und naturgemäß wird sich sowas nicht wiederholen.“

Der Veranstalter entschuldigte sich bei den Zuschauern, räumte ein, dass es „wohl nicht jedermanns Sache“ gewesen sei. Er betonte aber auch, dass ein großer Teil des Publikums Spaß an dem Kampf gehabt habe: „Wir haben uns entschuldigt, aber wie oft soll man ‘Es tut mir leid’ sagen? Wie oft soll man im Leben bestraft werden?“ Wrestler Benji, der auf Twitch streamed, und sich mit der Materie beschäftigt, kritisierte das Deathmatch öffentlich.

Ein Showkampf unter Einsatz von Waffen, entlockte ihm bei „BBC Radio Tees“: „So etwas habe ich in meiner Zeit im Wrestling noch nie gesehen. Ich bin seit sieben Jahren dabei, aber diese Form von Ultragewalt vor einem Familienpublikum, das ist mir bis dato nicht begegnet. Wenn man mir eine familienfreundliche Show bewirbt, gehe ich da im guten Glauben rein, dass mein Kind das zu sehen bekommt, was es aus dem TV kennt.“

Ein Polizeisprecher von Durham County teilte mit, dass man dem Ereignis nun nachgehe, um den Vorfall gemeinsam mit den lizenzvergebenden Organen zu klären.

Quelle: ladbible.com