Er vertrieb eine Obdachlose per Wasser-Strahl: Gartenschlauch-Sprüher muss vor Gericht – Ein Mann wurde aufgrund einer Körperverletzung verhaftet, nachdem er eine obdachlose Frau mit einem Wasserstrahl aus einem Gartenschlauch bespritzt und dadurch vertrieben hatte. Das Opfer, die 57-jährige Nancy James, soll sich bei dem Vorfall Mitte Januar in Kalifornien in der Nähe des Grundstücks des Händlers befunden haben, als dieser ihr auf die Weise zusetzte.

Zeugen berichteten damals, dass der Mann, dessen Name zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt war, begonnen habe, James mit einem Wasserstrahl zuzusetzen. Dabei schrie er: „Raus mit euch, ihr Penner!“ Er hatte sich darüber beschwert, dass James und andere Obdachlose sein Grundstück „verschmutzt“ und ihm andere Unannehmlichkeiten bereitet hätten.

Das Opfer hatte Berichten zufolge keine Möglichkeit, sich vor dem Strahl zu schützen:

Es wurde durchnässt und erlitt einen Schock. Die Frau wurde mit einem Krankenwagen ins Hospital verbracht, wo sie untersucht wurde. Sie erlitt keine körperlichen Verletzungen. Die Polizei wurde informiert und der Mann anfangs vorläufig festgenommen und verhört. Es handelt sich um Collier Gwin, Inhaber des Geschäfts Foster-Gwin Art & Antiques.

Auf Twitter haben Millionen von Menschen den Vorfall gesehen, der mehr als 13 Millionen Mal angeklickt wurde. Die Nutzer dort sind entsprechend wütend über die Behandlung der Frau, der Tenor der Kommentare lautet nahezu durchweg: „unmenschlich“, „unentschuldbar“ und „grausam“, es gibt jedoch auch kritische Stimmen, die auf die Probleme mit Massen von Obdachlosen in US-Großstädten verweisen. Gwin selbst äußerte sich zu der Tat und sprach mit dem „San Francisco Chronicle“.

Der Antiquitätenhändler wörtlich:

„Ich sagte zu ihr, du musst gehen, ich kann die Straße nicht säubern, geh weiter. Sie fing an zu schreien, zu spucken, mich anzubrüllen … Zu dem Zeitpunkt war sie so außer Kontrolle … Also spritzte ich sie mit dem Schlauch ab und sagte: 'Beweg dich, beweg dich. Ich helfe dir.'“ Das Polizeirevier von San Francisco untersuchte den Fall und Bezirksstaatsanwältin Brooke Jenkins teilte am 19. Januar 2023 eine Erklärung auf Twitter.

Jenkins wörtlichim Tweet: „Nach den Ermittlungen des San Francisco Police Departments und nach Prüfung aller vorgelegten Beweise hat mein Büro einen Haftbefehl gegen Collier Gwin erlassen. Gwin wird der Körperverletzung beschuldigt, weil er am 9. 1. 23 eine obdachlose Frau absichtlich und widerrechtlich mit Wasser bespritzt haben soll. Der mutmaßliche Angriff auf ein obdachloses Mitglied unserer Gemeinde ist völlig inakzeptabel. Herr Gwin wird die Konsequenzen für sein Handeln tragen.“

Racheakte gegen den Mann

Nach dem Vorfall war der Name des Täters bekanntgeworden. Einige Personen nahmen daher das Gesetz selbst in die Hand und verwüsteten das Antiquariat. Auch für sie hatte die Staatsanwältin eine Botschaft: „Umgekehrt ist die Verwüstung der Galerie Foster Gwin ebenso inakzeptabel und muss aufhören – zweimal Unrecht ergibt kein Recht“. Gwin wurde wegen Körperverletzung verhaftet und sitzt in Untersuchungshaft. Auf die Frage des Chronicle, ob ihm der Vorfall leidtue, antwortete er:

„Wissen Sie, sie zu besprühen war keine Lösung, aber sie zu besprühen war etwas, das sie aufgeweckt und beruhigt hat. Es tut mir also leid? Es tut mir nur leid, dass … meine Art, ihr unzählige Male zu helfen, nicht geholfen hat“. In einem späteren Interview soll er sich laut „BBC News“ in einer lokalen Radiosendung förmlich entschuldigt haben: „Es tut mir sehr, sehr leid, ich werde mich nicht verteidigen, das werde ich nicht, denn es ist unentschuldbar.“

Quelle: unilad.com