Nicht dass es jemals anders war, aber habt ihr beim Nachrichtengucken nicht auch das Gefühl, dass ständig und überall alles schlecht ist, oder schlechter zu werden droht, als es war? Militärapparate die das Aufbegehren des hungernden Volkes im Auftrag von offensichtlich wahnsinnigen Machthabern brutal niederschlagen hier, drakonische Strafen aus dem Mittelalter für Homosexuelle dort … nein, mit Blick auf das aktuelle Zeitgeschehen kann man wahrlich nicht behaupten, dass sich die menschliche Zivilisation in den letzten Jahren weiterentwickelt hätte.

Das alles lässt sich weiß Gott nicht schönreden, dennoch sollte man nicht den Fehler machen, wegen der auf Drama, Krieg und Gewalt fokussierten Berichterstattung einschlägiger Medien die Flinte schon ins Korn zu werfen, was die Zukunft der Menschheit betrifft. Es gibt durchaus noch gutes Potential in der Welt, auch wenn man manchmal ganz genau hinsehen muss.

Nehmen wir das folgende Video: Ein amerikanischer Cop nimmt einen Wagen aufs Korn, der zu schnell fährt. Man ist mittlerweile schon dermaßen in sensationslüsterner Habachtstellung, dass man fast schon automatisch annimmt, nun eine von Explosionen gesäumte Verfolgungsjagd serviert zu bekommen, die in einem blutigen Kugelhagel endet. Der eine Zuschauer hatet den Fahrer, der andere den Cop. Je nachdem wie man die Headline gestaltet und welchem sozialen Hintergrund man entstammt.

Dramatische Verfolgungsjagd endet mit Atomkrieg

Aber da müssen wir euch leider mit einem Lächeln im Gesicht enttäuschen. Bei dem Raser, den der Beamte zu Beginn des Clips auf einem Parkplatz stellen kann, handelt es sich nämlich um einen Studenten, der gleich eine wichtige Präsentation halten muss und es verdammt eilig hat, da ihn ein Zwischenstopp bei einem Kumpel viel zu viel Zeit gekostet hat. Der arme Kerl hat nämlich nicht die geringste Ahnung, wie man sich eine Krawatte bindet. Sein Freund sollte es richten, doch der war nicht da.

Was für ein Glück, dass Officer Martin Folczyk seinen Auftrag als Freund und Helfer sehr ernst nimmt. Nachdem der panische Mann sich nämlich erklärt hat, bittet Folcyk um dessen Krawatte und legt sie sich um den eigenen Hals, um einen vorzeigbaren Knoten zu zaubern. „Und während ich das mache, können Sie ja schon mal ganz schnell den Führerschein und die Fahrzeugpapiere heraussuchen.“

Der sichtlich erleichterte Student kommt der Aufforderung natürlich sofort nach, und bekommt mit einem jovialen „Vielleicht nicht der beste Knoten, aber es wird reichen“ nicht nur einen fertigen Schlips überreicht, letzten Endes lässt ihn der Beamte sogar noch mit einer gnädigen Verwarnung davonkommen. Später sollte dem Mann sogar noch die Ehre zuteilwerden, vom Police Chief höchstpersönlich ins Revier eingeladen zu werden, wo dieser ihm in aller Ruhe beibrachte, wie man eine Krawatte bindet.

Vielleicht nicht das ganz große Kino, aber eine schöne Geschichte!