Frauen zu Sexobjekten degradiert: Debatte um beliebte Modelkalender – Wer kennt sie nicht oder hat sie sogar an der Wand zu Hause oder in der Firma hängen: Die Jahreskalender mit den leicht bekleideten Damen. Doch nicht alle sehen das positiv und hinterfragen derartige Wandkalender in Bezug auf Frauenfeindlichkeit – und ob sie überhaupt noch zeitgemäß sind.

Taufrisch löste nun die ARD-Journalistin Natalie Amiri eine hitzige Debatte auf Twitter aus. Hierbei geht es um die Modelkalender 2022 der Adolf Würth GmbH sowie deren Liqui Moly-Kalender 2021. Amiri hatte die Kalender bei einem Firmenbesuch in Bayern entdeckt und direkt zwei Fotos davon gemacht. Auf ihrem privaten Twitter-Account schrieb sie wenig später:

„What the f…... Gerade in einer Firma hängen gesehen. Dachte sind Relikte aus den 80‘s. Aber die sind ernsthaft von 2021 und 2022!!!! Das so was noch von Firmen verschickt wird…“

Rumms, dieser Post löste daraufhin eine Diskussionswelle aus mit über 2.800 Kommentaren. Zum Thema gab es allerlei Meinungen von Zuspruch bis Kritik. So kommentierte zum Beispiel eine Nutzerin Amiris-Posting mit: „Hieran erkennt man, Frauen werden noch immer zu Sexobjekten degradiert und in diese Rolle gepresst, mithin benachteiligt dadurch.“

Wohingegen ein anderer Nutzer schrieb: „Wieso aus den 80´s? Instagram ist heute voll mit Millionen von Frauen, die für Likes und etwas Öffentlichkeit ihre Körper zur Schau stellen und damit kommerziell unterwegs sind. Warum darf dann eine Firma keinen Kalender verschicken?“ In eine ähnliche Kerbe schlug ein weiterer Nutzer mit den Worten:

„Gibt mit Sicherheit schlimme Kalender, diese nicht.“

„Der Würth Kalender ist ein schlechtes Beispiel. Seit Jahren gespickt mit internationalen Topmodels. Regt sich ja auch keiner auf wenn die halbnackt in Mailand das neuste ‚Stöffsche’ präsentieren. Gibt mit Sicherheit schlimme Kalender, diese nicht.“

Die Debatte kam auch beim Familienunternehmen Würth an. Auf Anfrage des „SWR“ erklärte Würth, künftig keine Modelkalender mehr produzieren zu wollen. Der aktuelle für das Jahr 2022 ist also der letzte Würth-Kalender mit den leicht bekleideten Models. Eine Unternehmenssprecherin der Würth-Gruppe erklärte gegenüber dem „SWR“:

Würth hängt seine Modelkalender an den Nagel

„Zum Jahreswechsel 2021/2022 wurde die letzte Auflage des Würth Modelkalenders in beiden Versionen (Frauen- und Männerkalender) verteilt – beide Kalender wurden eingestellt. […] Der respektvolle und wertschätzende Umgang miteinander ist zentraler Bestandteil der Unternehmenskultur der Würth-Gruppe und das Thema Diversität spielt für uns eine wichtige Rolle.“

Das Unternehmen begründete seine Entscheidung damit, dass sich die klassische Rollenverteilung auch in Bezug auf Berufsbilder immer mehr aufhebe. Dies unterstützt das Unternehmen, ebenso wie Themen der Chancengleichheit von Menschen. Würth teilte dem SWR ebenso mit, dass deren Liqui Moly-Kalender bereits seit letztem Jahr nicht mehr produziert werden würde.

Quelle: swr.de