Fragwürdiger Gartentrend: Gericht fällt klares Urteil gegen Schottergärten – Kiesbeete erfreuten sich lange Zeit wachsender Beliebtheit bei Grundstücksbesitzern und prägen von daher insbesondere in Neubaugebieten das Ortsbild. Heutzutage weiß man jedoch, dass diese Steingärten in ökologischer Hinsicht ein Desaster auf begrenztem Raum darstellen, rauben sie Tieren und Insekten doch den Lebensraum, heizen Städte im Sommer zusätzlich auf und versiegeln den Boden, was das natürliche Absickern von Regenwasser verhindert – und auch über die Ästhetik lässt sich streiten.

Gründe sind jedenfalls genug gegeben, dass mehrere Bundesländer unlängst mit bestimmten Regelungen gegen das Anlegen von Schottergärten vorzugehen versuchen und sogar Verbote aussprechen.

In dieser Hinsicht interessant ist ein aktueller Fall aus Niedersachsen.

Das dort ansässige Oberverwaltungsgericht in Lüneburg hat entschieden, dass die Behörden des Bundeslandes Schottergärten nicht nur verbieten, sondern auch deren Beseitigung anordnen dürfen.

Damit lehnte das Gericht in seinem ersten Verfahren zu diesem Thema die Klage von Hauseigentürmern aus Diepholz klar und deutlich ab, die gegen eine entsprechende behördliche Verfügung vorzugehen versucht hatten.

Die Kläger bewohnen ein Einfamilienhaus im Stadtgebiet.

Vor dem Haus hatten sie zwei Kiesbeete mit einer Fläche von rund 50 Quadratmetern angelegt und in diese „punktuell“ einige wenige Grünpflanzen eingebracht.

Mit Blick auf die Bestimmungen der niedersächsischen Bauordnung erging vonseiten der Stadt Diepholz daraufhin eine baurechtliche Verfügung gegen die Eigentümer. Offiziell vorgeschrieben ist nämlich, dass sämtliche nicht überbaute Flächen eines Grundstücks Grünflächen zu sein haben, außer diese werden für andere zulässige Nutzungsarten gebraucht.

Vor Gericht argumentierten die Grundstücksbesitzer nun, dass es sich bei den Kiesbeeten aufgrund der Pflanzentupfer doch bereits um eine Grünfläche im Sinne der Bauordnung handle.

Allerdings teilte das Gericht diese Auffassung nicht und betonte, dass Grünflächen „durch naturbelassene oder angelegte, mit Pflanzen bewachsenen Flächen geprägt“ seien, in denen Steinelemente lediglich einen „untergeordneten Charakter“ haben dürfen.

Ergo handle es sich bei den umstrittenen Flächen eindeutig um Kiesbeete – der Beschluss ist unanfechtbar.

Quelle: stern.de