Diäten und Ernährungsformen gibt es wie Sand am Meer: Wer wirklich abnehmen möchte, steht vor einer Flut an Möglichkeiten und ist oft überfordert. Hinzu kommt, dass verschiedene Untersuchungen verschiedene Sichtweisen auf das Thema liefern und dass verschiedene Menschentypen mit ihren Genen unterschiedliche Abnehmerfolge durch individuelle Ernährungsweisen erzielen. Eine neue Studie belegt jedoch: Genetische Faktoren spielen zumindest im Vergleich zwischen kohlehydratarmer (Low-Carb) sowie fettarmer (Low-Fat) Ernährung keine Rolle. Beide Diäten sollen gleich gut beim Abnehmen helfen.

Die US-Studie der renommierten Stanford University wurde an 609 übergewichtigen Teilnehmern zwischen 18 und 50 Jahren vorgenommen. Diese wurden in zwei Gruppen eingeordnet. Die eine erhielt ein Jahr lang nur fettarme, die andere nur kohlehydratarme Speisen. Waren es die Fett-Verzichter, die vor allem Milchprodukten, Wurst und Schokolade Lebewohl sagen mussten, so waren für die Low-Carb-Probanden Brot, Nudeln, Reis sowie bestimmte Obst- und Gemüsesorten zwölf Monate lang tabu. Fett gilt als besonders kalorienreich, während Kohlehydrate den Blutzuckerspiegel anheben, bevor er durch eine starke Insulinausschüttung „crasht“ – Heißhungerattacken sind die Folge.

Eine Vielzahl von individuellen Ergebnissen

Eine Low-Carb-Ernährung zielt demnach auf die Aufnahme weniger und sehr hochwertiger, langsam verarbeiteter Kohlehydrate ab, um solchen Attacken vorzubeugen. Den Studienteilnehmern beider Gruppen wurde auferlegt, sich besonders umsichtig, gesund und vollwertig zu ernähren – möglichst viel Gemüse, möglichst wenig industriell verarbeitete Nahrung. Zudem wurden sie im Kochen und in Ernährungsfragen geschult. Die Wissenschaftler bestimmten anfangs, über welche Variante dreier unterschiedlicher Gen-Typen die Teilnehmer verfügten. Außerdem wurde mit einem Glukose-Toleranztest festgelegt, wie gut die Körper der Probanden mit Blutzucker umgehen.

Im Schnitt hatten die Teilnehmer nach dem Jahr ca. 5,5 Kilo abgenommen, unabhängig von ihrem jeweiligen Gen-Typ, ihrer Blutzucker-Toleranz und zudem in beiden Gruppen. Manche Teilnehmer nahmen bis zu 30 Kilo ab, andere legten 15 bis 20 kg zu. Der Studienverantwortliche Christopher Gardner zu dem Ergebnis: „Diese Studie schließt die Tür zu einigen Fragen – aber öffnet die Tür zu anderen. Wir haben einen Haufen Daten, den wir nun in nachfolgenden Studien nutzen können.“ Den großen Variantenreichtum des Ergebnisses erklären sich die Wissenschaftler mit einer Vielzahl individueller Eigenschaften, darunter auch etwa die Besiedelung des menschlichen Körpers mit unterschiedlichen Bakterien und in unterschiedlicher Gewichtung.

Einmal mehr zeigt sich, auch anhand dieser Studie: Ernährung ist ein komplexes Thema, zu dem es wohl keine einfachen, pauschalen Antworten oder Empfehlungen gibt.

Quelle: express.de